Vorweihnachtliches Augsburg

Vorweihnachtliches Augsburg

Häufig ist die Vorweihnachtszeit ja eine stressig Zeit mit wenig “Freizeit” und auch eine Lehrprobe sorgt nicht unbedingt für vermehrte Freizeit. Aber irgendwie hat der weitestgehende Verzicht auf Geschenke dieses Jahr zu relativ entspannten Tagen geführt. Und so konnte ich das traditionelle Feuerzangenbowle-Wochenende durchaus genießen, auch wenn bis Sonntagabend 18 Uhr mein Lehrprobenentwurf fertiggestellt und abgeschickt sein musste. Ein Highlight war dabei, neben der nächtlichen Schlacht in Mario Kart auf der Nintendo Wii, ein kleines Holzkatapult, mit dem man Schokokugeln durch die Gegend schießen konnte – herrliches Tischspielzeug. Und da die kleine Firma, die solche Katapulte herstellt, in Graz sitzt, werde ich da auf jeden Fall auch einmal vorbeischauen.
Am folgenden Wochenende stand dann zunächst ein Besuch an der Uni an, um dort etwas aus dem Referendariat zu erzählen und anschließend an der Weihnachtsfeier teilzunehmen. War sehr schön die ganzen Leute mal wieder in Ruhe zu sehen und zu quatschen. Am Samstag kam es dann endlich zu dem schon länger geplanten Ausflug nach Augsburg. Eigentlich ja total Nahe an München gelegen und nur einen Katzensprung mit dem Zug entfernt, dort irgendwie hatte ich es bisher nicht geschafft dort vorbeizuschauen. Wie so oft nimmt man sich eben für die Nahe gelegenen Dinge zu selten die Zeit… Also ganz entspannt um 9.30 Uhr nach einem gemütlichen Frühstück ab in den Zug und die Regionalbahn, die auf der Strecke quasi genau so schnell ist, wie ein IC oder ICE. Trotz Adventssamstag war es auch nicht wirklich voll, genau wie die Stadt später. Angekommen in Augsburg dann erstmal ganz entspannt in die Altstadt und ein bisschen auf den Spuren gewandelt. Dazu gibt es einen wunderen Audioguide mit interessanten Infos und einer schönen erzählweise. Ledglich, dass man in den Kirchen Kopfhörer nutzen soll, wird etwas zu oft erwähnt 😉 Auf den Wegen zwischen den Stationen ging es dabei auch immer wieder über Teile des Weihnachtsmarktes und vorbei an durchaus schönen, eindrucksvollen Gebäuden. Ja, auch Augsburg bzw. einige Einwohner Augsburgs hatten zur richtigen Zeit mehr als ausreichend Geld, was sie in Gebäude und Kirchen stecken konnten. Auch wurde vieles ziemlich gut wieder aufgebaut. Nach einigen Stationen entlang dem Wege Luthers ging es dann zu einem Imbiss auf den Weihnachtsmarkt – ganz klassische eine lange Bratwurst im Brötchen mit Krautsalat und Zazicki. Danach ging es ganz klassisch auf eine Stadtführung mit einer Runde durch den goldenen Saal und durch die Sozialsiedlung der Fugger.Goldener Saal Augsburg
Der goldene Saal ist tatsächlich sehr beeindruckend, sowohl was die Deckenhöhe (14 Meter) betrifft als auch in Bezug auf Ausschmückung und Kunstwerke. Nach einigen weiteren Stationen und entlang einigen der vielen Kanälen ging es dann in die Sozialsiedlung der Fugger, in der die Miete auch heute lediglich etwa 80 Cent pro Jahr beträgt (+ 85 Euro Nebenkosten im Monat). Sehr coole Sache und durchaus nicht schlecht ausgestattet. Insgesamt ist Augsburg tatsächlich ziemlich schick und abwechslungsreich – zumindest in der Innen- bzw. Altstadt. Die Stadtführung war auch gut, aber irgendwie hat der letzte Pepp gefehlt – etwas viel Jahreszahlen und Namen, aber etwas wenig Geschichten und Anker, die in Erinnerung bleiben. Nach einem gemütlichem Kaffee und einem Blick in den Dom ging es dann auch schon wieder zurück gen München. Und am Sonntag war dann erstmal wieder Korrigieren angesagt, bevor es mit Keksebacken doch nochmal Weihnachtlich wurde.
Und auch die letzte Woche war gar nicht so stressig. Am Mittwochmorgen gab es in der Fachsitzung Weisswürste, am Donnerstagabend war Weihnachtskonzert und am Freitag füllte ich die letzten beiden Stunden einfach mit dem Spielzeugkoffer aus der Uni. Danach noch warten aufs gemeinsame Weihnachtssingen und dann Feierabend! Leider bei strömendem Regen und nicht bei schönem Schneefall, aber was solls. Es folgten 24 ziemlich entspannte Stunden, in denen ich praktisch nichts produktives getan habe außer ein einziges Wichtelgeschenk zu besorgen.
Und gestern ging es dann nach Hause. Ich hatte ja einen vollen Zug erwartet und hatte mir daher extra mal eine Sitzplatzreservierung gegönnt, doch verrückterweise war der Zug ziemlich leer und dazu noch pünktlich und mit funktionierendem WLAN 🙂 Dafür war die Regionalbahn dann richtig voll, aber was solls. Auf jeden Fall bin ich jetzt für die Weihnachtstage zu Hause, worüber ich vielleicht auch noch ein paar Zeilen schreiben muss…

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