Die letzten Urlaubstage

Die letzten Urlaubstage

Mit den Tagen in Barcelona waren meine freien Tage nicht vorbei, sondern irgendwie hatten sie gerade erst begonnen. Und daher ging es von Barcelona auch nicht zurück nach München, sondern mit Ryanair nach Frankfurt. Dabei die Feststellung, dass sich Roll- und Transferzeiten durchaus auf eine Stunde oder mehr addieren können, bis man endlich am Fernbahnhof ist, aber was solls. Im schönen Vogelsberg nutzte ich dann die Gelegenheit um einige Leute zu besuchen, die ich viel zu lange nicht mehr persönlich gesehen habe und wo ich mich mal wieder auf den neuesten Stand bringen musste. War ganz angenehm. Am Samstag war eigentlich eine Kanutour auf der Werra geplant, allerdings musste die aufgrund von zu wenig Wasser abgesagt werden (nein, sie fiel nicht ins Wasser). Stattdessen waren wir dann auf dem Hoherodskopf und testeten dort Baumwipfelpfad und Sommerrodelbahn – auch sehr angenehm, vor allem da viel weniger los war als befürchtet. Und am Sonntag kam ich sogar mal wieder zum Fußballschauen bei meiner lokalen Fußballmannschaft, bevor es dann erst am späten Montagabend mehr oder weniger pünktlich zurück gen München ging.
Aber hier haben mich auch keine wirklichen Termine erwartet. Lediglich etwas Papierkram, ein kurzer Abstecher ins Büro und dann weitere Urlaubsplanungen für die wirklich allerletzen Urlaubstage – zukünftig habe ich ja quasi erstmal Ferien anstelle von Urlaub (zumindest nach der landläufigen Meinung der Mehrheit). Schon krass, wie billig man sich ein Auto mieten kann. Wenn man das auf einen Tag runterrechnet, ist es quasi nur 3 Euro teurer als ein 2er-Canadier auf der Mecklenburgischen Seenplatte. Verrückt!

Am Freitag ging es dann mit halb gepacktem Auto wieder gen Norden. Autofahren bei Nacht ist immer noch sehr angenehm, auch wenn ich es aktuell selten tue. Aufgrund der großen Auswahl haben wir dann direkt mal zwei Zelte und diverse andere Dinge ins Auto gepackt – man weiß ja nie, was man so beim Campen braucht. Beim Wasserwandern muss man sich jedoch einschränken. Und so war es doch logisch, ein großes und ein kleines Zelt mitzunehmen, oder? 😉 Am Samstagabend dann noch ein Besuch auf dem zum Junggesellenabschied von Barca gehörenden Polterabend, wo auch wieder viele Leute waren, die ich viel zu lange nicht gesehen hatte und am nächsten Tag ging es dann auch Richtung Norden. Die erste Station war Magdeburg.
Warum Magdeburg? Naja, es lag halbwegs auf dem Weg und da war ich noch nicht (im Gegensatz zu vielen andernen Orten). Entsprechend bin ich ohne große Erwartungen dort unterwegs gewesen und habe eine sehr positive Überraschung erlebt. Ich erlebte eine Stadt mit Flair und Fluss, durch die ich mich super treiben lassen konnte und die auch durchaus grüne Flecken zu bieten hat. Dazu ein imposanter Dom, eine super lohnenswerte Stadtführung (bei der wir natürlich den Altersschnitt nach unten drückten) und lecker Kuchen in der Schweizer Milchkuranstalt. Ein schönes Hundertwasserhaus gibt es natürlich auch. Einzig die Tunnelbaustelle ist irgendwie nervig, aber zu Fuß kein Problem. Und da die Stadt nicht riesig ist, kann man vieles super zu Fuß machen – oder alternativ mit dem Rad. Kann man also durchaus mal für einen Wochenendtrip besuchen – hat man vermutlich sonst als Städtereisender eher nicht auf dem Schirm.
Von Magdeburg gings weiter mit kurzem Zwischenstopp im Colbitzer Lindenwald an die kleine Mecklenburgische Seenplatte – genau genommen den Leppinsee. Hier war die erste Camping-Nacht angesagt, noch in der Luxusvariante mit großem Zelt und Auto am Platz usw. Am nächsten morgen war jedoch schon wieder packen angesagt. Weiter ging es nun nämlich nur noch mit einem Canadier. Entsprechen mussten hier auch alle wichtigen Dinge wie Zelt, Schlafsäcke und Kochutensilien rein. Bei herrlichem Sonnenschein hatten wir einen tollen ersten Tag auf dem Wasser, auch wenn die vielen Motorboote schon manchmal etwas nervig waren – aber das sollte in den folgenden Tagen viel besser werden, da diese in den späteren Seen nicht erlaubt waren. Stopp für die Nacht war an der Fleether Mühle. Das lief immer super unkompliziert und man kann einfach spontan irgendeinen Platz nehmen – die sind alle auf Wasserwanderer eingestellt. Nach einem kurzen Bad dann noch eine heiße Dusche und ab ins Bett. Der nächste Tag startete wie angekündigt mit Regen und wir beschlossen einfach einen nichtstu-Tag einzuschieben – es war ja Urlaub. So kam ich entspannt zum Hörbuch hören und LTB lesen. Am nächsten Tag ging es dann wieder bei Sonnenschein weiter in ruhige See- und Kanalgefilde. Herrlich! Die Etappen wählten wir immer so etwa 20 km, das war gut zu machen und ein tolles Naturerlebnis. Besonders toll war die enge, baumüberwachsene Schwanhavel. Aber auch die Schleusen, Lohren und wenigen Portagen waren abenteuerlich und toll. Insgesamt super schön, auch das minimalistische Leben im Zelt.
Nach 5 Tagen ging es dann wieder zurück für eine letzte Nacht auf dem Startcampingplatz. Hier dann noch schnell eine Unterkunft für die restlichen Tage gebucht. Zielort war Röbel, was ziemlich cool ist und nach nicht extrem touristisch überlaufen, wie es Waren z.B. war. Von hier aus unternahmen wir dann Abstecher und die durchaus sehenswerten Städte rund um die Müritz und den Plauer See. Aber auch ein Wandertag in die Natur des Nationalparks stand noch an. Alles ziemlich cool und abwechslungsreich – sowohl was Städte bzw. Städtebau angeht als auch in Bezug auf die Wälder und die Natur. Es gibt immer was zu sehen und ein Fahrradparadies ist die Region auf jeden Fall auch (aber auch ein Blitzerparadies 😉 ).
Auf dem Rückweg stand dann ein Stopp auf der Wartburg an. Interessanter Ort mit spannender, abwechslungsreicher Geschichte. Leider wird der Turm gerade renoviert, sodass der echte Aussichtspunkt fehlt, aber was solls. Hat sich trotzdem gelohnt und evtl. muss ich mir dort mal ein Konzert oder so anhören – der Saal dafür ist ziemlich schick.
Und zu Hause war dann wieder ausräumen, Zelt auskehren usw. angesagt, bevor es am Samstag auf die Hochzeit ging. Es war ein wunderschöner Tag mit guter Stimmung und vielen tollen Gesprächen. Ein Highlight: Die Junggesellentruppe wollte so ein verrücktes Hochzeitsfoto machen, dss die beiden Fotografen vor lauter lachen kaum zum fotografieren kamen.
Um am Sonntag gab es dann erst Salzekuchen und später noch einen Geburtstagskuchen bevor es dann wieder zurück nach München ging. Die einmalige Parkplatzsuche in der Nacht hat dabei schon gereicht um jegliche Gedankenspiele über die Anschaffung eines Autos hier in München zu beenden.
P.S.: Bildeindrücke gibt es wieder in einem extra Eintrag.

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