Gefühle

Das Wochenende danach

gepostet am May.27, 2018 um 16:06 Uhr in der Kategorie: Gefühle, Tagebuch

Ja, jetzt ist es irgendwie vorbei. Die Doktorprüfung ist überstanden und ich sitze in der Tat ziemlich entspannt und gut gelaunt auf dem Balkon in der Sonne, trinke Kaffee und lese Lustige Taschenbücher. Gefühlt war ich längere Zeit nicht mehr so tiefenentspannt, wie es gerade der Fall ist. Diese Prüfung über 60-90 Minuten war irgendwie, ob wohl ich vorher schon wusste, dass die Prüfer nett sind und mir niemand den Kopf abreißen möchte, doch gefühlt für mich wichtig. Und entsprechend intensiv war die Vorbereitung von mir und auch die Vorbereitung, die mein Chef haben wollte, denn irgendwie fällt so ein Ergebniss ja dann immer auch auf ihn und seine Betreuung zurück. Ich selbst war dann auch durchaus aufgeregt und angespannt, auch wenn ich offensichtlich nach außen dabei nicht unbedingt aufgeregt wirke. Die Nacht vorher war wie immer dann auch nicht sonderlich lange, aber das überrascht ja bei mir eh immer wenig. Besonders gu war die Entscheidung mit dem Rad zur Prüfung zu fahren. Da hatte ich dann einfach noch mal 30 Minuten Zeit zum Abschalten und Ruhe finden. Die Prüfer waren dann auch alle pünktlich da, den Prüfungsraum hatte ich mir zuvor schon angeschaut und so konnte es losgehen.
Doch der Start lief anders als gedacht, denn erstmal wurde ich aus dem Prüfungsraum geworfen – die Prüfer hatten noch Papierkram zu erledigen 😉 Aber dann ging es los und der 20-minütige Vortrag lief auch soweit ganz gut entsprechend der Planung. Damit war schon mal ein kleiner Teil der Last von meinen Schultern weg. Die Reaktionen der Prüfer während des Vortrages ließen sich dabei schwer deuten, soweit man da überhaupt was mitbekommen hat. Dann ging es los mit den Fragen über die Arbeit. Es kam ein sehr breites Spektrum an Fragen, vor allem auch zum theoretischen Hintergrund der Arbeit und oft in einer Detailtiefe, die ich nicht direkt erwartet hatte. Aber ich konnte zu allem was sagen. Ob das wirklich strukturiert und sinnvoll war, möchte ich nicht immer behaupten, aber zwischendurch konnten auch die Prüfer ihren Fragen gegenseitig nicht folgen. Daher war es wohl auch unproblematisch, wenn ich einer Frage nicht voll folgen konnte. Dann kamen noch die freierer Fragen, bei der ich bei der ersten dann doch ziemlich auf dem Schlauch stand. Mir wurde dann aber ein wenig geholfen und dann ging es schon irgendwie, auch wenn 50-50 Chancen nicht meine stärke waren. Dafür konnte ich die Astrophysikfrage so gut beantworten, dass selbst der Zweitgutachter überrascht war, weil er offensichtlich keine Ahnung von dem Thema hatte (ich vor einer Woche auch noch nicht).
Aber dann war es auch schon irgendwie vorbei und 90 Minuten Prüfungszeit um. Tief durchatmend gehe ich aus dem Prüfungsraum hinaus in den wunderbaren Garten der Sternwarte. Ja, noch ist viel Anspannung da und das warten zieht sich. Aber die anwesenden Kollegen lenken einen schon etwas ab. Dann zurück in den Raum und Glückwünsche zur bestandenen Prüfung. Ein gutes Gefühl, dass aber wirklich dann nach einige Zeit brauchte, bis ich das echt realisieren konnte. Davor gab es noch einen tollen Doktorhut von meinen Kollegen, Sekt und Muffins mit Doktorhut obendrauf – alles total toll. Schön, dass so viele da waren und auch die Prüfer noch etwas blieben um direkt ein neues Projekt auszumachen und zu planen (das ist wohl das beste Feedback zu meiner Arbeit, was ich mir so vorstellen kann).
Und nach und nach kam auch immer mehr Erleichterung und Feierlaune bei mir auf. So ging es dann bei wunderschönem Wetter erst in den Biergarten und dann an den Lehrstuhl. Schön wars.
Und dann folgte ein Wochenende, dass völlig entspannt ist. Ich verschwende keinen Gedanken an nicht, schwebe gefühlt immer noch etwas über dem Boden und freue mich, dass alles so gut gelaufen ist. Jetzt sind es nur noch formale Dinge bis zum Titel, aber der interessiert mich ja eh nur bedingt 😉

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Die Nacht vor Tag X

gepostet am May.25, 2018 um 01:20 Uhr in der Kategorie: Gefühle

Nein, morgen geht die Welt nicht unter. Also ich hoffe zumindest, dass sie nicht untergeht. Aber trotzdem ist mal wieder ein ganz wichtiger Tag X, an dem einer weiterer großer Schritt in Richtung des “Uniabschlusses” gemacht wird. Es steht die letzte, finale Prüfung an, bevor dann nur noch formalere Dinge zu erledigen und abzuarbeiten sind. Aber das wird alles erst nach den 90 Minuten morgen Thema. Und irgendwie bin ich total gespannt, wie diese 90 Minute verlaufen werden, denn die sind im Gegensatz zu vielen anderen Prüfungen nur sehr bedingt planbar. Klar ist lediglich, dass ich erstmal 20 Minuten Zeit haben werde meine Arbeit vorzustellen. Diese 20 Minuten sind auch ganz gut geplant, geübrt und trainiert. Herausforderung: Keine Powerpoint, sondern nur eine Tafel und Kreide. Zumindest zwischendurch darf ich kurz einige Beispiele aus der Lernumgebung zeigen.
Doch 20 Minuten sind ganz schön kurz, um hier die Arbeit von 6 Jahren im ganzen Umfang zu beschreiben. Deswegen ist man dann auch ein wenig auf die Fragen der Prüfer (alles Professoren) angewiesen, die in der ersten Runde in der Regel mit Bezug zu der Arbeit fragen. Aber was sie fragen, dass weiß man natürlich nicht und ist auch schwer vorherzusagen, vor allem, da ich die Fachprofessoren nicht extrem gut kenne.
Doch noch spannender wird die zweite Fragerunde, wenn die Professoren Dinge aus ihren Fachgebieten fragen oder einfach sonst irgendwas, was sie gerade interessiert. Da kann es dann durchaus passieren, dass ich so gar keine Ahnung von dem habe, was die Prüfer wissen wollen und das ist dann doch irgendwie unangenehm. Aber naja, so ist es wohl. In jedem Fall ist das gerade ein ziemlich komisches Gefühl, denn alle Gedanken und Planungen richteten sich tatsächlich seit langer Zeit auf diesen Tag X und nicht darüber hinaus. Und jetzt steht er quasi direkt vor der Tür und morgen mittag um 12 Uhr ist der Schritt dann irgendwie getan. Das ist verrückt und noch immer gar nicht greifbar für mich. Für danach ist auch gar nichts groß geplant – es wird Muffins geben, natürlich Sekt und später am Lehrstuhl sicher auch noch das ein oder andere Bier. Aber das liegt irgendwie noch unendlich weit weg – die 90 Minuten sind ein unendlich hoher Berg, der davor noch überwunden werden muss und über den man auch nicht wirklich hinwegsehen kann. Das einzige, was ich jetzt schon absehen kann und was mich ziemlich freut, ist, dass nachher viele meiner Kollegen da sein werden, obwohl Pfingstferien sind und obwohl die Prüfung selbst nicht bei uns am Lehrstuhl sondern in der Sternwarte stattfinden wird.
So, jetzt gehe ich aber dann doch mal schlafen, damit ich morgen zumindest halbwegs ausgeruht und fit erscheine. Aber dazu hinterlasse ich hier noch die Zeilen von Jupiter Jones, die auch unter der Danksagung meiner Arbeit stehen und die mir als Wahl mit jedem Lesen besser gefallen:

Die Straße ist nicht immer eben – und grad` deswegen: Auf das Leben!

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Wochenende-Balkon-Gedanken

gepostet am May.19, 2018 um 12:26 Uhr in der Kategorie: Gefühle, Tagebuch

So, es ist gerade ein wunderschöner Pfingstsamsta und daher sitze ich einfach bei einem Kaffee auf dem Balkon und mache mir ziemlich komische Gedanken anstatt zu arbeiten, was ich eigentlich dringend tun sollte.
Und so musste ich eben mal wieder feststellen, dass das Wort Wohnwand für mich das unattraktivste Wort überhaupt ist. Was soll denn Bitteschön diese Wort aussagen? Für was steht es, außer für hässliche verwinkelte Konstruktionen, auf denen man allen möglichen Ramsch und Schrott abstellen kann? Das ist für mich eher das genaue Gegenteil von wohnen und leben. Ich bin mir sicher, ich werde nie so ein Ding kaufen, wenn es irgendwo Wohnwand genannt wird. Außerdem ist das irgendwie so das spießigste Einrichtungsstück in einer Wohnung überhaupt, oder? Naja, gehäkelte Klorollenüberzüge spielen vielleicht noch in der gleichen Liga…
Zweiter schräger Gedanke ist, wie verrückt es eigentlich ist, dass Fliegen oft billiger ist als Bahnfahren. Und dabei bekommt man von Fliegern, wenn die richtig zu spät sind, auch noch ganz schön viel Geld zurück. Bei der Bahnfahrt 25% oder 50% vom Ticketpreis – beim Flieger (ab 4 Stunden oder so) einen Pauschalbetrag unabhängig von Ticketpreis. Und so kann man manchmal mit Fliegen noch Geld verdienen – wie bei unserem Urlaub in Marokko. Ein 6 Stunden verspäteter Flug – Urlaub bezahlt. Irgendwie verrückt. Und das ganze ging dann auch recht problemlos ohne Anwalt oder so ein komisches Flugrechteprotal, was für das quasi Nichtstun 30% des Geldes haben will. Einfach zwei Briefe und etwas Geduld, mehr nicht.
Nächster Gedanke ist der Gedanke über ein Gemeinschaftkonto. Irgendwie ein komischer Gedanke, obwohl es ja eigentlich ein relativ logischer Schritt wäre. Trotzdem irgendwie komisch und auch eher ein Gedankenwirrwar als ein einziger Gedanke: Muss das sein? Braucht man das? Kann man das nicht auch so regeln? Lief doch bisher auch immer alles ganz easy und problemlos. Ist das vielleicht aber auf einer anderen Ebene ein wichtiger Schritt weiter, den man mal gehen sollte? Macht man sich vielleicht viel zu viele Gedanken darum?
Und zu guter letzt dazu auch noch viele überflüssige, sinnfreie Gedanken, auf die man eigentlich verzichten könnte, aber doch darüber nachdenkt. Wie wichtig ist die Note in der Promotion? Was muss ich tun, damit da was gutes dabei rauskommt? Ist die Arbeit überhaupt gut? Will ich überhaupt, dass die jemals jemand liest? Was mache ich danach? Wie wird die Abschlussprüfung überhaupt werden?
Ja und so verbringe ich meinen Pfingstsamstag auf dem Balkon – gemischt mit Wäsche waschen und aufräumen.
Klingt langweilig? Naja, ist auch so, aber ich glaube das ist gerade das, was ich die nächsten 7 Tage brauche…

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Abgegeben!

gepostet am Mar.03, 2018 um 02:32 Uhr in der Kategorie: Gefühle, Tagebuch

Ja, am vergangenen Dienstag war der Tag da – ich habe meine Dissertation eingereicht. Nach 6 Jahren ist das Werk zwar immer noch nicht wirklich fertig, aber irgendwann muss man es einfach als fertig definieren. Und diesen Schritt bin ich nun geganen. Bereits am Donnerstag zuvor hat mein Dokument zum aller ersten Mal den Status “final”. Und nein, dann begann kein Formatierungschaos mit finalen Versionen 1-23 sondern nur ein einmaliges Durchsehen und dann am Freitag direkt drucken. Acht Exemplare muss man hier abgeben – und bei unserem Drucker dauert das ganz schön lange. Aber ich wurde gerade rechtzeitig fertig, um die Exemplare noch beim Handbuchbinder um die Ecke vorbei zu bringen, der das Werk dann übers Wochenende hin gebunden hat. Dementsprechend war mein Wochenende schon irgendwie entspannt und ich war am Samstag zum ersten Mal in der Saison auf der Skipiste – herrlich. Montag dann noch die letzten Unterschriften geholt und dann am Dienstag mit ziemlich viel Papierkram ins Dekanat. Dort lief dann auch alles viel entspannter als erwartet – ich hatte tatsächlich alles benötigte Material dabei.

Und danach setzte so langsam das Realisieren ein. Dies sorgte nicht für ein spontanes Gefühlshoch, sondern führte eher zu einer konstanten guten Laune und einer gewissen Zufriedenheit. Klar habe ich etwas länger gebraucht, aber auch nach all der Zeit liebe ich mein Projekt noch und es wird genutzt – das ist unbezahlbar. Am Abend habe ich entsprechend den besten Drink von meinem Schrank geholt – Kühlung ist ja bei den aktuellen Temperaturen kein Problem. Am Mittwoch habe ich dann natürlich erstmal einen Tag frei gemacht und ganz entspannt in den Tag hinein gelebt – ein wahrlich gutes Gefühl. Dazu erstmal einen neuen Rucksack bestellt, nach Studium und 6 Jahren Bürojob, löst sich der alte langsam auf. Dazu bin ich auf der Suche nach einem neuen iPad – entweder das kleine oder das große iPad pro. Und dazu noch ein neues Computetrspiel – darauf habe ich nämlich jetzt auch länger verzichtet. Ja, ich genieße, dass die Arbeit endlich vom Schreibtisch ist und habe auch die restliche Woche im Büro nur das gemacht, worauf ich wirklich Lust hatte. 🙂
Der Abschnitt Dissertation ist jetzt zwar noch nicht zu Ende, es folgt noch die Disputation bzw. das Rigorosum, aber irgendwie ist es doch absehbar. Ansonsten bliebt mit der Abgabe jetzt endlich wieder Luft für neue Projekte und neue Ideen. Jetzt habe ich gefühlt wieder mehr Zeit, die ich frei einteilen und nutzen kann – gutes Gefühl, auch wenn der Schreibtisch nach wie vor voll ist.
Ich bin schon tierisch gespannt, was so alles kommt und wie alles weitergeht. Ich gehe auf jeden Fall gerade mit einem ziemlichen Grinsen auf die Zukunft zu.

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Verliebt in den Status quo?

gepostet am Oct.11, 2017 um 02:34 Uhr in der Kategorie: Gefühle, Tagebuch

Kann man eigentlich in den Status quo seiner Lebenswelt verliebt sein? Und wenn ja, ist das eigentlich eher gut oder eher schlecht? Irgendwie klingt ja allein die erste Frage schon komisch und schräg, aber die zweite Frage dazu macht das ganze irgendwie noch komischer, noch weniger greifbar und auf jeden Fall noch viel komplizierter. Eigentlich ist ja verliebt sein eine ziemlich gute Sache. Aber wie ist man denn in seine Lebenswelt verliebt? Und wieso sollte das nicht gut sein? Naja, also irgendwie mag ich mein Leben im Moment (und in den letzten Jahren) ziemlich gerne. Mir geht es gut, ich fühle mich frei, relativ flexibel und relativ sicher was einen Job angeht (so sicher, wie sowas im universitären Kosmos eben möglich ist). Aber selbst wenn ich den spontan nicht mehr hätte, müsste ich mir sicher keine Gedanken um ein Auskommen machen. Aber im Moment gehe ich auch einfach gerne ins Büro, weil ich dort an spannenden Projekten arbeite, weil ich flexibel und selbst entscheiden kann, was ich nun genau tue und auch neue Dinge ausprobieren darf. Und wenn ich nicht im Büro bin, bin ich durchaus auch mal unterwegs, was ich ebenfalls genieße und auskoste. Ich mag meine Wohnung, ich mag es gerade kein Auto zu haben, mich um wenig kümmern zu müssen und wenig Verpflichtungen zu haben. Ich mag einfach so ziemlich alles und es gibt wenig, was mich wirklich stört. Und das wenige ignoriere ich einfach, weil es nicht wirklich meine Baustelle ist. Kurz: Ich bin irgendwie etwas verliebt in den Status quo meines Lebens.
Doch wo ist dann das Problem? Naja, platt gesagt könnte man vielleicht das Sprichwort “Stillstand ist Rückschritt” bemühen, wobei das inhaltlich gefühlt nur so halb zutrifft. Irgendwie ist es eher das Problem, dass ich weiß, dass jeder Zustand endlich sein sollte und auch endlich ist. Und wenn man verliebt in den Status quo ist, wieso soll man dann zum Status quo+1 (also dem nächsten Zustand, der nächsten Lebenssituation, dem nächsten Job oder was auch immer) wechseln wollen? Kann es eigentlich noch besser werden? Die Hoffnung hierauf ist ja oft der Antrieb für Veränderung. Alternativ der Wunsch was neues zu machen, zu sehen oder zu tun – doch das mache ich sowieso in gewisser Weise jeden Tag. Und so weiß ich gerade gar nicht, ob es wirklich gut ist, in den Status quo verliebt zu sein… Wobei ich könnte ja jetzt auch einfach mal ganz entspannt positiv denken und fragen, warum denn bitte der Status quo+1 schlechter sein soll als der Status quo und weniger liebenswürdig. Viel wahrscheinlicher ist doch, dass der genau so gut ist. Und schließlich gibt es ja keinen Ausweg – früher oder später muss man zum Status quo+1 wechseln – vielleicht besser früher als später…
Aber naja, jetzt wechsel ich erstmal vom Schreibtisch ins Bett und lenke mich dort noch ein wenig mit Hörbuch hören von meinen komischen Gedanken ab 😉

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