In welcher Welt leben wir eigentlich?

Sonnenuntergang über dem Chiemsee

gepostet am Jul.18, 2015 um 22:54 Uhr in der Kategorie: Gefühle, Umwelt

Sonnenuntergang über dem Chiemsee
Dieser tolle Anblick des Sonnenuntergangs bot sich heute Abend auf der Fahrt zurück nach München…

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Interessanter Umgang mit der deutschen Geschichte

gepostet am May.02, 2015 um 00:25 Uhr in der Kategorie: In welcher Welt leben wir eigentlich?

Heute mal ein paar Zeilen über ein für diesen Blog sehr ungewöhnliches Thema, aber über ein Thema, dass mich gerade irgendwie beschäftigt – den Umgang mit der Nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands und den Verbrechen in der Nazi-Zeit. Wieso beschäftigt mich das, wo doch Geschichte eigentlich nicht mein Spezialgebiet ist? Naja, gerade findet in Lüneburg wohl der letzte Prozesse gegen einen KZ-Aufseher (eigentlich passt dieser Begriff nicht, für die Tätigkeit, die der Angeklagte im KZ Auschwitz geleistet hat, aber eine besser Kurzbeschreibung fällt mir gerade nicht ein) statt. Dann wurde heute in München endlich das NS-Dokumentationszentrum eröffnet, über das lange und viel diskutiert wurde und an dem ich jeden Tag zweimal vorbei komme. Aber fangen wir mit den Gedanken zu dem Prozess in Lüneburg an. Ich finde es gut und wichtig, dass der Staat auch heute noch versucht Verbrechen aus der NS-Zeit aufzuklären und Beteiligte an solchen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht stellt. Leider ist diese rechtsstaatliche Aufarbeitung in der Nachkriegszeit und bis in die 90er Jahre hinein sträflich vernachlässigt worden und es wurde mehr auf vergessen, als auf aufarbeiten gesetzt. Doch dies darf sich ein Staat nicht erlauben, gerade wenn es sich die Würde jedes Menschen auf die Fahne schreibt, wie es Artikel 1 des Grundgesetzes tut. Gut das Deutschland und die Justiz da in den letzten Jahren gelernt zu haben scheint. Für einen unglaublich großen Moment in diesem Prozess hat meiner Meinung nach die KZ-Überlebende Eva Kor gesorgt, indem Sie, obwohl Nebenklägerin im Prozess, dem Angeklagten die Hand gereicht hat und ihm ganz persönlich vergeben hat. Andere Nebenkläger hat diese Aktion sehr gestört, aber ich finde es dennoch bemerkenswert, das selbst betroffene Menschen auch solche Verbrechen und Taten vergeben können. Gerade eine solche Vergebung zeigt, dass man auch in extremsten Situationen ein guter Mensch sein kann. Nichtsdestotrotz darf der Rechtsstaat nicht einfach so vergeben und muss solche Verbrechen weiter verfolgen und ebenso müssen nicht automatisch auch andere Menschen und Opfer dem Täter die Hand reichen oder ihm gar vergeben. Er ist und bleibt ein Täter grauenhafter, verabscheuungswürdiger Taten, was gerichtlich festgestellt, dokumentiert und bestraft werden muss, aber dennoch kann ihm die Gnade und Vergebung von Opfern zu Teil werden (und diese Vergebung können einzig überlebende Opfer selbst und nur ihren Fall betreffend ausdrücken). Ich empfehle dazu auch diesen Kommentar in der SZ.
Nun zum NS-Dokumentationszentrum in München. Die bayerische Landeshauptstadt hat ja gerade in den Aufstiegsjahren der NSDAP eine zentrale Rolle gespielt und die entsprechenden Parteibauten und Plätze sind auch heute noch extrem präsent in der Stadt. Gerade wegen dieser Sonderrolle ist es wichtig, dass die Entwicklungen des Nationalsozialismus in München hier auch aufgearbeitet, dokumentiert und für die breite Öffentlichekit zugänglich gemacht wird. Dies ist nun endlich in einem würdigen und angemessenen Rahmen geschehen, auch wenn es irgendwie traurig ist, dass man dafür 70(!!) Jahre gebraucht hat. Aber auch hier gilt wohl “Besser spät als nie!”.
Ach ja, wenn ich schon beim Thema bin, dann kann ich auch gleich noch loswerden, dass ich entsetzt darüber bin, dass wirklich über die Zukunft des Nürnberger Zeppelinfeldes bzw. der dortigen Tribünen diskutiert wird und dabei sogar der Abriss oder der weitere Zerfall relativ weit ober auf der Möglichkeitenliste stehen. Im Rahmen des Denkmalschutzes werden hier auf dem Dorf “Baudenkmäler” alias Bauernhöfe, einfache alte Wohnhäuser oder gar Feldscheunen erhalten, aber für das Reichsparteitagsgelände, auf dem sich zehntausende von Menschen haben instrumentieren lassen und dessen Bilder auf ewig mit unserer dunklen Vergangenheit verknüpft sein werden, soll kein Geld da sein? Hier werden aus meiner Sicht ganz offensichtlich völlig falsche Prioritäten gesetzt. Dieser Ort der Massenkundgebung und des massenhaften Hasses sollte gerade der Ort sein, der am eindrucksvollsten die fatale Falschheit und Menschenverachtung der NS-Ideologie zeigt und ein wichtiges Mahnmahl für alle werden, sich nicht so einfach instrumentalisieren zu lassen.

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Rundfunkgebühren

gepostet am Mar.08, 2015 um 13:10 Uhr in der Kategorie: In welcher Welt leben wir eigentlich?

Die Rundfunkgebühren in Deutschland sind für mich irgendwie ein nicht zu fassendes Phänomen. Die dahinterstehende Grundidee ist für mich die folgende: Jeder muss Rundfunkgebühren zahlen, um allen Menschen in Deutschland unabhängige Informationen, Nachrichten und Bildungsinhalte frei und einfach empfangbar zugänglich zu machen. So weit – so sinnvoll. Allerdings fängt es hier auch schon an schwierig zu werden, denn was bedeutet unabhängig? Ich denke, unabhängig sollte heißen, dass diese Sender weder unter dem Einfluss von Politik, noch unter dem Einfluss von Firmen, die öffentlich-rechtliche Sender mit Platzierung von Werbung unterstützen, noch unter dem Druck von möglichst hohen Zuschauerzahlen stehen sollten. Und leider ist gerade keiner der drei Punkte erfüllt. In den Kontrollausschüssen der Sender sitzen Politiker, Werbung beeinflusst das Programm in nicht unerheblichem Maße und mit vom Privatfernsehen abgekupferten Daily-Soaps usw. versuchen sie möglichst viele Zuschauer zu sammeln.
Dann muss man natürlich auch die Frage stellen, inwieweit die Sender ihrem Bildungs- und Informationsanspruch nachkommen. Hier besteht für mich das größte Defizit bzw. dies ist der größte Kritikpunkt, den sich die öffentlich-rechtlichen Sender gefallen lassen müssen. Beste Beispiele: Vorabendserien, Daily-Soaps, Fußballberichterstattung und Unterhaltungsshows. Wieso muss jeder Einwohner Deutschlands das Großstadtrevier oder den Bergdoktor finanzieren? Solche Serien haben keinen Bildungswert und werden in genau der Form auch von nicht zwangsfinanzierten Sendern angeboten. Wieso muss mittels Zwangsgebühren Fußball in den öffentlich-rechtlichen Programmen laufen, wenn es doch ebenso sicher auch in kommerziellen Programmen laufen würde? Ich denke die Unabhängigkeit der Fußballergebnisse und ihr Bildungswert ist kaum davon abhängig, ob die Zusammenfassungen auf Sat 1 oder auf ARD zu sehen sind. Wieso muss eine “Unterhaltungsshow” wie “Das Spiel beginnt” gestern mit Zwangsgebühren finanziert werden? der Informations- und Bildungsgehalt ist da sicher sehr gering und äquivalente Sendungen laufen auch auf ProSieben o.ä.
Und zu guter Letzt muss man noch darüber diskutieren, ob es denn so viele Fernsehprogramme und Radiosender braucht, um dem Bildungs- und Informationsauftrag genüge zu tun. Keine Frage, reginale Informationen und Nachrichten sind wichtig und sollten in jedem Fall ihren Platz im Programm finden, wenn bspw. am Sonntagabend auf fast allen Reginalprogrammen eine Zusammenfassung der beiden Sonntagsspiele der Bundesliga kommt und das jeweils in einer eigenen, unabhängigen Sendung, dann muss man sich schon Gedanken darüber machen, wo der Mehrwert gegenüber einer einzigen Sendung ist. Und ich finde da keinen wirklichen.
Ach, dann fällt mir noch etwas ein: Wieso verschwinden Fernsehserien, Nachrichten usw. nach sieben Tagen aus der Mediathek? Jeder Einwohner musste für die Produktion dieser Inhalte zahlen, sollte er nicht damit auch das Recht haben, sie immer genau dann auch anzusehen, wenn ihm danach ist? Ich habe das Gefühl, dass wäre irgendwie vernünftig und angemessen.
Aber ich möchte nicht nur mäkeln, sondern auch Lösungsvorschläge machen.
Variante 1: Vielleicht sollten in den öffentlich rechtlichen Sendern Information/Bildung und Unterhaltung stärker getrennt werden. Es sollte also reine Informations- und Bildungssender geben, auf denen dann Dinge wie Reportage, Zapp, Auslandsjournal, Politk-Talkshows und Nachrichten laufen und Unterhaltungssender mit Serien, Daily-Soaps und Unterhaltungsshows. Erster Teil ist vollkommen werbefrei und gebührenfinanziert über Zwangsbegühren. Der zweite Teil hat einen eigenständigen Haushalt,der sich aus Werbeeinnahmen finanzieren muss – in einer ersten Übergangsphase noch etwas unterstützt von Gebühren oder Steuergeldern, dann aber ohne Zwangsabgaben, wie die privaten Sender. Hier können dann auch Politiker die Aufsicht führen, im ersten Teil besser nicht – Stichwort Interessenkonflikt.
Variante 2: Wir orientieren uns an Österreich und der Empfang der öffentlich-rechtlichen Programme ist freiwillig, aber nur gegen Gebühr möglich. Es ist im Prinzip Pay-TV und jeder kann frei entscheiden, ob einem das Programm der öffnetlich-rechtlichen den Gebührensatz wert ist, oder nicht.
Beide Varianten wären aus meiner Sicht diskutable Alternativen zu dem jetzigen System, das aus meiner Sichtweise nicht wirklich gut und zielführend ist. Ansonsten kann man wohl einfach nur abwarten und zusehen, bis die öffentlich-rechtlichen Sender völlig in der Bedeutungslosigkeit versinken, da individualiesierbare Angebote wie Netflix, Amazon prime, Sky usw. ihnen den Rang ablaufen.

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Woher kommt all der Hass?

gepostet am Jan.18, 2015 um 13:58 Uhr in der Kategorie: Gefühle, In welcher Welt leben wir eigentlich?, Tagebuch

Und wieder mal kann ich die ganze Welt nicht verstehen und nur entsetzt, traurig und ratlos den Kopf schütteln.

  • In Paris wird ein Attentat auf Menschen verübt, die nichts weiter gemacht haben, als Karikaturen gezeichnet.
  • In Dresden gehen 20.000 Menschen auf die Straße um gegen Islamisierung und Überfremdung zu protestieren.
  • In dieser Stadt wird ein Asylbewerber mit mehreren Stichen in Brust und Hals getötet und die Polizisten sowie der Arzt gehen vor Ort davon aus, dass es sich um einen Unfall handelt. Als Folge fängt die Spurensicherung erst 30 Stunden verspätet an und nachdem schon wieder hunderte Menschen durch den Tatort gelaufen sind.
  • Jüdische Mitbürger müssen in vielen Ländern der Welt wieder Angst vor Gewalt und Verfolgung haben, da sie im Alltag grundlos angefeindet werden
  • In Belgien planten Terroristen Polizisten mit automatischen Waffen und Sprengstoffen anzugreifen und zu töten
  • In einigen Ländern wie Niger brennen Kirchen in Reaktion auf die erste Ausgabe der “Charlie Hebdo” nach dem Attentat und es werden wiederum Menschen wegen ihrem Glauben getötet.
  • Es gibt Attentatsdrohungen auf bisher friedliche Pegida-Kundgebungen
  • Eine Kundgebung wird aufgrund eben jener Drohungen abgesagt, weil man offensichtlich meint, die Sicherheit nicht garantieren zu können

Wieso das alles? Wie kann man nur so viel Hass in sich aufstauen, um zu solchen Taten zu schreiten? Wie kann man nur an der Religion eines anderen Anstoß nehmen, den man ansonsten gar nicht kennt? Wie kann man nur andere Töten, weil Sie etwas gezeichnet haben? Wie kann man nur jemanden anderen Vorschreiben wollen, was er sagen darf und was nicht? Wie kann man nur einen Menschen anders behandeln als als Menschen? Wie kann ein Staat, dessen Grundfeste die Meinungsfreiheit ist, es nur zulassen, dass eine Demonstration abgesagt wird, weil man die Sicherheit nicht garantieren kann? Wieso sind offensichtlich so viele so unzufrieden mit ihrem Leben?
Ich habe keine Antworten auf all diese Fragen und das macht mich traurig und nachdenklich. Vielleicht gibt es darauf auch gar keine wirklichen Antwort. Aber ich glaube gerade bei so vielen offenen Fragen und Unsicherheiten, sollte man auf das Vertrauen, was die Grundwerte unserer Gesellschaft und Gemeinschaft sind: Gleichheit und Meinungsfreiheit. Ja, damit kann man zumindest all den Anlässen zum Traurigsein entgegenwirken…
Und zum Abschluss mal wieder ein Zitat von Evelyn Beatrice Hall:

Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen.

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Radfahren in München

gepostet am Nov.20, 2014 um 01:18 Uhr in der Kategorie: Tagebuch, Umwelt

München nennt sich ja immer wieder öffentlich Radlhauptstadt. Ich frage mich eigentlich schon seit ich hier wohne, wie man in der Stadtverwaltung auf die Idee gekommen ist, dass man diesen Namen verdient hat. Ich habe inzwischen lange überlegt und nachgedacht und außer den ersten Vermutungen, dass sie einfach an maßloser Selbstüberschätzung leiden, oder beim Bürofrühstück zu viel Sekt abbekommen haben, ist mir nur eine plausible Erklärung eingefallen: Es gibt einfach keine andere große Stadt, in der man Radl sagt. Münster ist definitiv Fahrradhauptstadt, Radstadt würde sprachlich wohl eher nach Baden-Württemberg passen und Berlin würde höchsten Bike-City nennen. In einem Punkt bin ich aber auf jeden Fall zu 100% sicher: an der Fahrradfreundlichkeit der Stadt kann es nicht liegen. Beispiel gefällig?
Radweg1
Okay, die Markierungen sind neu, aber trotzdem gibt es da noch keine Halteverbotsschilder für Autos. Und selbst wenn es die gibt, wird es nicht besser, denn der Radweg geht dort noch ganze 3 Auto bis zur Abbiegung nach rechts weiter und hört dann einfach auf. Spätestens dann fährt man, wenn man nicht gut aufpasst, direkt auf ein parkendes Auto. Super durchdacht das ganz – und dabei gerade neu.
Aber keine Angst, es geht noch bescheuerter. Wenn man an dieser Stelle in die andere Richtung fährt, dann ist dort eine Tramhaltestelle. Dort sind gerade Gleise neu verlegt worden, ist die Straße neu geteert und alles neu angelegt worden. Ziel war offensichtlich, dass das Ein- und Aussteigen für Leute mit Kinderwägen oder für Menschen, die nicht mehr ganz so mobil sind, einfacher wird, dadurch das der Einstieg etwas ebenerdiger wird. Das ist ja lobenswert und richtig, aber was dabei rausgekommen ist, ist definitiv nicht Radlhauptstadt – das ist eher Radlkleinstadt, in Sibirien, im Winter. Aber seht selbst:
Radweg mitten durch Haltestelle
Der Radweg geht jetzt gefühlt mitten durch die Haltestelle hindurch. Dabei ist er in etwa so breit, wie der Lenker von meinem Fahrrad und noch nicht mal irgendwie deutlich rot markiert, sodass ihn die Fußgänger und Wartenden zumindest vielleicht beachten würden. Wenn man diese Gefahrenstelle dann unbeschadet überstanden hat, fährt man in der einen Richtung, wie gesehen, quasi direkt in parkende Autos. In die andere Richtung endet der Radweg auch völligst unvermittelt und plötzlich an der Einfahrt zum Kreisel am Karolinenplatz. Hier endet der Radweg an der Stelle, wo auch die Autos nach rechts in den Kreisel fahren. Und die Autofahrer schauen da natürlich logischerweise nach links, denn von dort kommen ja Autos. Das da rechts auch irgendwo ein Fahrradweg durch die Tramhaltestelle führt, kann ja keiner ahnen. Und zur Krönung besteht auf dem ganzen Stück natürlich auch noch eine Radwegbenutzungspflicht – vermutlich da auf der Straße fahren (so war es vor dem Umbau) jetzt zu gefährlich ist, da zwischen der neuen, erhöhten Haltestelle und den Gleisen der Tram nur noch wenig Platz ist, um mit dem Fahrrad durchzukommen. Und schräg über Tram-Gleise fahren ist nicht gerade sicher. Was mach ich also: Ich fahre einfach mitten zwischen den Gleisen. Scheint mir immer noch das sicherste zu sein.
Als Fazit bleibt: Trotz Radlhauptstadt – München ist nicht fahrradfreundlich und die Stadtplaner fahren offensichtlich auch lieber mit dem Dienstwagen als mit dem Radl.

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