Vor-Hochzeitsgedanken

Vor-Hochzeitsgedanken

Krass, morgen ist es schon soweit: Ich mache mal wieder was verrücktes und heirate 🙂 Irgendwie war dieser Tag gefühlt lange noch ganz schön weit weg und jetzt ist er schon da. Und das coole daran ist, dass ich immer noch voll Bock darauf habe – trotz den ganzen Entscheidungen, die in den letzten Wochen ständig zu treffen waren, trotz den vielen Details die irgendwie diskutiert werden mussten und trotz allen anderen Dinge, die das Leben so mitgebracht hat. Es fühlt sich einfach gut und richtig an.

Und ganz ehrlich war es doch eigentlich entspannter und weniger stressig als das von außen immer an uns herangetragen wurde. Wir machen uns einfach keinen Stress – wenn was nicht klappt, dann ist das so und man braucht keinen Plan B und C für alles mögliche, sondern man muss es einfach nehmen, wie es kommt, und es wird sicher gut werden, wie immer auch genau es wird. Ich freue mich einfach morgen ganz, ganz viele Leute zu sehen, von denen ich viel zu viele viel zu lange nicht mehr gesehen habe und gemeinsam mit ihnen einen wunderbaren Nachmittag, einen leckeren Abend und eine lustige Nacht zu verbringen – wunderbar, lecker und lustig natürlich auch nach Belieben gemischt.

Ringe

Meine persönlichen Highlights am ganzen Rahmen der Feier sind eigentlich ein paar kleine Details, die allem eine persönliche Note in unserem Stil verleihen. Ich finde unseren Trauspruch wunderbar passend, die Ringkiste stellt eine wunderbare Beziehung zum Antrag her, unsere kleinen Mitgebsel sind sensationell und die Süßigkeitenauswahl enthält nur Dinge, die ich am liebsten alle sofort selbst auffuttern würde. Dazu noch ein paar kleine Details auf den Tischkarten und eine Fotobox – alles irgendwie unser Stil.
Und zu guter Letzt ein paar Traditionen, die wir ganz sicher nicht befolgen: Es ist mir völlig egal, wie wir die Hochzeitstorte anschneiden und es wir kein Brautstraußwerfen geben. Dazu ist die Kleiderordnung locker und ich weiß aktuell selbst noch nicht, welche Schuhe ich anziehe oder ob ich die sogar irgendwann wechsle 🙂

Viele Schuhe zur Auswahl

Jeder unsrer Träume hat sich gelohnt:
Manche sind zerbrochen, wir ham’s nicht mal mitgekriegt,
doch wir nahmen uns von jedem ‘ne kleine Scherbe mit.
Jeder unsrer Träume hat irgendwas mit uns gemacht,
jeder unsrer Träume hat uns hierher gebracht!

Christina Stürmer – Jeder unserer Träume

Ein Todesfall und eine Hochzeit

Ein Todesfall und eine Hochzeit

Mein Leben rast eigentlich gerade vor sich hin: Es sind noch unendlich viele Details zu klären bzw. zu entscheiden, was die anstehende Hochzeit betrifft, heute war mein letzter Schultag in der alten Schule und ich musste entsprechende Übergabeprotokolle usw. schreiben, am Montag geht es wieder zurück an die Seminarschule, ich treffe mein Seminar wieder und bekomme neue Klassen fürs letzte Halbjahr. Und dann kommt mitten hinein in den Tag, zwischen der finalen Anzuganprobe und dem Formulieren des Trauversprechens ein Anruf, der alles zum Stehen bringt – Großvater relativ überraschend verstorben. Klar, 87 ist ein hohes Alter, aber trotzdem hatte wohl niemand damit gerechnet, dass dies jetzt passiert und so schnell gehen würde.
Und so wird gerade aus einem Wochenende, an dem letzte Detailplanungen gemacht werden sollten, ein ungeplantes Reisewochenende, an dem noch viel mehr Dinge zu entscheiden sind als zuvor gedacht. Alles irgendwie völlig verrückt und schräg. In einem Moment überlegt man, wie genau der Trauspruch formuliert werden soll und im anderen sucht man einen Text, der über einer Traueranzeige stehen soll. Höhen und Tiefen können im Leben echt nahe zusammenliegen und Leben und Tod gehören wohl einfach wirklich zusammen.
Hier passen am Ende wohl mal wieder die Zeilen von Jupiter Jones:

Die Straße ist nicht immer eben,
gerad’ deswegen auf das Leben!

Jahresrückblick 2019

Jahresrückblick 2019

So, da ich gerade mal wieder im Zug nach Hause sitze, nutze ich die Zeit, um meine Gedanken dieses Jahr zurückschweifen zu lassen. Dabei steigt bei mir direkt das Gefühl auf, dass 2019 irgendwie so ein “Zwischenjahr” war. Während 2018 vollgepackt war mit Fertigstellung der Diss, Promotionsprüfung und Start ins Referendariat und 2020 sicherlich in vielerlei Hinsicht genauso spannend wird, war 2019 schon vorab relativ durchgeplant und einfach strukturiert – kein Jobwechsel, die erfüllte Hoffnung, den Wohnort nicht wechseln zu müssen, und ein Stück ganz normales Referendarsleben. Dazu weiter meine Arbeit für LEIFI und zwischendurch die Highlights durch Lehrerfortbildungen mal raus aus dem Referendarsalltag zu kommen. Klingt langweilig, war es aber eigentlich gar nicht, vor allem da ich dann doch ein persönliches Highlight in 2019 platziert habe (auch wenn das nix mit 2019 oder dem Zwischenjahr zu tun hat, sondern einfach nur, weil ich gerade Lust darauf hatte und es tun wollte). Und so wird mir sicherlich der eigentlich völlig unspektakuläre Heiratsantrag mitten hinein in den Alltag und an einem ganz normalen, typischen Sonntagmorgen immer in Erinnerung bleiben – ganz ohne Fotos oder Videos davon. Manche Momente sind einfach privat und sollten es auch bleiben. Auf jeden Fall bin ich total glücklich mit der Antwort. Dazu kommen noch zwei weitere Dinge: Zum einen, dass die schwierige Suche nach einem entsprechenden Ring gut funktioniert hat – er gefällt. Und zum anderen, dass eine Freundin später sagte, dass der Antrag und die Form voll zu mir gepasst hätte und typisch „ich“ wäre – beides definitiv Highlights in 2019.
Natürlich erscheinen mir auch diverse Reisen aus 2019 vor meinen Augen. Start ins neue Jahr in Graz, Skifahren auf der Hütte, Osterreise nach Stockholm, Pfingsten in Belfast und an der Westküste Irlands, im Sommer drei Wochen durch Rumänien und zum Jahresausklang nach Sofia. Ich will jetzt hier kein Ranking der Reisen aufstellen, jede war auf ihre Art und Weise toll, aber ich liebe definitiv Skiurlaub auf der Hütte und ich mag Roadtrips. Und ich liebe es, dass es da jemanden an meiner Seite gibt, mit dem ich diese Trips machen kann, auch wenn sie für viele auf den ersten Blick verrückt oder wenig typisch und erstrebenswert klingen. Und so hat auch 2019 meinen Horizont erweitert, mir immer wieder die Privilegien vor Augen geführt, die mein aktuelles Leben – und ein deutscher Reisepass – bieten und dazu deutlich gemacht, dass ich doch nur relativ wenig Materielles brauche, um glücklich und zufrieden zu sein.
Neben den eigenen Reisen kam auch noch Beuch aus Hannover, Berlin und den USA nach München, was auch immer eine tolle Abwechslung darstellt. Dazu diverse Konzerte und ziemlich viele Stunden mit spannenden, abwechslungsreichen Hörbüchern. 2019 war irgendwie einfach ein rundes Jahr, dass immer wieder neue, spannende und interessante Momente bot, ohne jedoch für immer prägend zu sein. So kann ich mich zum Beispiel auch nach all dieser Zeit nicht so wirklich an den Doktortitel gewöhnen. Es klingt und liest sich immer noch komisch deplatziert (weil was kann ich eigentlich schon?) und steht auch immer noch nicht an meiner Haustür oder in meinem Ausweis. Dazu fühle ich mich auch nicht so als typischer Referendar und auch nicht als Lehrer. Somit auch in dieser Hinsicht irgendwie ein Zwischenjahr.
Was ich 2019 neu gelernt habe ist, neben schulischen Dingen, ganz sicher das Jonglieren. Um genau zu sein nur die ersten paar einfachen Schritte des Jonglierens. Aber immerhin habe ich den Wimasu Jonglierbutton erhalten, sodass der Hochzeit von dieser Seite aus nichts mehr im Wege steht 😉

Und was bleibt sonst von 2019? Meine persönlichen Hitlisten:
Lieder des Jahres: Römer am Ende Roms – Thees Uhlmann, Alles mit nach Hause – Die Toten Hosen, Der beste Morgen – Christina Stürmer
Filme des Jahres: Eigentlich keine so wirklich – am ehesten ein paar Disneyfilme, die ich kennengelernt habe
Hörbuch(reihe) des Jahres: Oscar Wilde & Mycroft Holmes

Vorsätze für 2020?
– Mir weiter treu bleiben (Bis zum Ende – Mikroboy)
– offener sagen, was ich mag und was nicht (Solang‘ du mit mir singst – Fiva & das Phantomorchester).
– Weiter offen für Neues bleiben und so durch die Welt reisen (Überall zu Hause – Christina Stürmer)
– Immer mal wieder Pausen vom Alltag einstreuen (Alles mit nach Hause – Die Toten Hosen)

Nachtgedanken

Nachtgedanken

Endlich komme ich mal wieder dazu hier ein paar Zeilen zu schreiben. Oder vielleicht sollte ich lieber sagen, dass ich einfach gerade mal wieder das Gefühl habe, hier schreiben zu müssen. Das klingt jetzt vielleicht zu negativ als es ist, aber manche Dinge beschäftigen mich einfach und schreiben hilft da ja manchmal. Also schreibe ich.
Und der Blick auf die Uhr ist der erste Punkt, über den ich schreiben mag. Es ist jetzt 2:40 Uhr und ich genieße es. Ich mag die Nacht und mag meine Nächte. Dummerweise klaut mir der Lehrerberuf sehr viele dieser Nächte. Wenn ich morgen früh um 8 Uhr in der Klasse stehen müsste, mein Wecker also um 6:30 Uhr klingeln würde, dann müsste ich jetzt schon längst im Bett liegen. Zum Glück habe ich freitags später, aber eben nur Freitags (+ freier Dienstag). Und so habe ich unter der Woche nur noch selten sehr lange Nächte, weil so ein bisschen Rhythmus braucht man ja schon. Das finde ich doof, lässt sich aber eben gerade nicht ändern.
Nächster Punkt: Rund ums Heiraten gibt es ja ganz viele Traditionen und Bräuche. Ich bin da ja nur mäßiger Fan von und gerade stolpere ich dabei wieder über einen Punkt, den ich nicht so geil finde, aber wo ich auch so gar keine Lösung sehe. Es ist ja schon ziemlich klassisch, dann man zwei Trauzeugen hat, eine Freundin der Frau und ein Freund des Mannes. Aber wieso eigentlich? Warum sollte man als Mann keine weibliche Trauzeugin haben? Spricht ja eigentlich nichts dagegen und ich habe ganz ehrlich auch kein Problem damit, diese Tradition zu sprengen, aber dann ist da noch die Sache mit dem Junggesellenabschied. Die Orga davon fällt ja zumeist irgendwie in die Zuständigkeit des jeweiligen Trauzeugen. Und da das nun mal in der Tat irgendwie eine geschlechtergetrennte Veranstaltung ist, würde sich eine Trauzeugin da sehr schwer tun. Das jemand anderem aufs Auge zu drücken wäre auch irgendwie komisch. Alternative: Zwei Trauzeugen, einmal männlich, einmal weiblich. Mhh, macht auch irgendwie nur Sinn, wenn das bei beiden so wäre… Was bleibt ist die Erkenntnis, dass manche Dinge einfach irgendwie komisch und kaum sauber zu lösen sind…
Dann eine weitere Frage der Nacht: Wann sollte man eigentlich damit anfangen, sich damit zu beschäftigen, was nach dem Referendariat so kommt? Und auf welche verrücken Stellen will man sich eigentlich bewerben? Noch erscheint das alles irgendwie sehr weit weg, aber manchmal sind die Fristen lang und erstmal müsste ich auch mal sowas wie Bewerbungsunterlagen zusammenstellen. Puhh, da habe ich ja echt nicht wirklich Lust drauf. Und dennoch fürchte ich, dass ich mich da in den nächsten Monaten schon mal langsam drum kümmern sollte. Aber ganz nebenbei muss ich auch noch eine Hochzeit organisieren, eine Lehrprobe mit einer Klasse planen, die ich kaum wirklich kenne und dann noch meine Hausarbeit schreiben, die in vier Wochen fällig ist, von der aber noch keine einzige Zeile existiert.
Ich glaube, bei dem Programm gehe ich jetzt mal lieber schlafen 😉

Ferienzeit = Reisezeit

Ferienzeit = Reisezeit

Natürlich habe ich auch die Sommerferien genutzt um zu reisen. Nachdem relativ lange unklar war, wo es denn nun hingehen sollte, habe ich zunächst einfach nur einen Hinflug nach Bucharest (Rumänien) gebucht, noch ohne Rückflug, da mehrere mögliche Rückflugorte zur Auswahl standen und die Reise ursprünglich auch nach Bulgarien gehen sollte. Am Ende musste ich aber doch sehr schnell feststellen, dass Rumänien sicher mehr als genug Sehenswürdigkeiten für 6 Wochen zu bieten hätte, ich aber nur knapp 3 unterwegs sein konnte – entsprechend blieb es dann bei einem Roadtrip durch die Walachei und Transsylvanien (Siebenbürgen) mit wunderschönen Klöstern, lebendigen Städten, alten Kirchenburgen und wunderbaren Bergwelten. Die Karte gibt einen kleinen Einblick in den Reiseweg:

Start war ganz klassisch in der Hauptstadt Bucharest, die vermutlich als Ganzes keinen Schönheitspreis gewinnt, aber doch auf ihre Art eindrucksvoll mit mächtigen Gebäuden ist. Auch die Spuren des Sozialismus lassen sich hier gut beobachten. Mit dem Mietwagen – natürlich ganz klassische rumänisch einem Dacia Logan, das ist dort praktisch jedes zweite Auto. Eigentlich ganz solide, es fehlt nur der 6. Gang. Erste Station war Curtea de Argeș, mit tollem Kloster und am südlichen Ende der Transfăgărășan (ich habe schon wieder vergessen, wie man das ausspricht). Aber bevor es über die traumhafte Passstraße ging, gab es erst einen kurzen Abstecher ins Olt-Tal und eine ziemlich coole “Kletterpartie” durch die Schlucht des Fluss Stan. Der Weg durch die Schlucht war definitiv ein Highlight, auch wenn inzwischen so viel Eisen verbaut ist, dass es echt ungefährlich ist und man noch nicht mal nasse Füße bekommen muss. Vorbei an der Vidraru-Talsperre über der Prometheus thront ging es dann über den Transfăgărășan nach Sibiu (Hermannstadt). Hier galt definitiv: der Weg ist das Ziel! Unglaubliche Ausblicke, die wir aufgrund des Verkehrs auch gut genießen konnten.
Entsprechend ging es nach einem Tag in Sibiu auch nochmal von der anderen Seite nach oben um am Bâlea-See eine Bergtour zum Vânătoarea lui Buteanu zu machen – mit 2507 der neunthöchste Berg Rumäniens und unser Dach der Rumänientour. Auch ein traumhafter Tag in der Natur. Sibiu selbst ist auch eine tolle Stadt mit vielen Verbindungen zu Deutschland und war gebäcktechnisch definitv ein Highlight. Zur Entspannung waren wir hier auch einen halben Tag an den Salzseen, die genau so salzhaltig wie das Tote Meer sind 🙂
Rund um Sibiu und die gesamte Region mit Medias und Sighișoara (Schäßburg) finden sich weiter unzälige Kirchenburgen. Irgendwie verrückt aber definitv auch sehr sehenswert, auch wenn mir Sighișoara schon fast zu touristisch war. Aber muss ja auch mal sein. Von dort ging es weiter über die Salzmine von Turda, wo in einer der riesigen und wunderschönen Mienen jetzt ein kleiner Freizeitpark unter Tage ist, nach Cluj – die Studentenstadt Rumäniens. Und irgendwie merkte man das der Stadt auch im postiven Sinne an. Cluj war bunt, kreativ und lebhaft. Dazu eine schöne Altstadt, tolle Cafes und alles entspannt. Aber auch von hier gab es einen Abstecher in die Natur: Cheile Turzii, eine tolle Schlucht die wir zuerst durchwanderten und dann auf einer Seite über den Berg den Bogen zurück machten. Hat sich definitv auch gelohnt.
Danach ging es über Alba Iulia mit ihrer riesigen Festungsstadt und Sebes auf die Transalpina – die zweite unglaubliche Passstraße über das Făgăraș-Gebirge und mit über 2130m der höchste Punkt, den wir per Auto erreichten. Auch hier gab es natürlich wieder eine Bergtour und anschließend übernachteten wir in der besten Unterkunft des Urlaubs: Schaukel auf dem Balkon, Hot Tub im Garten, hausgemachtes Essen und ein unglaublicher Ausblick aufs Făgăraș-Gebirge und die Transalpina. Wer mal in die Ecke kommt, sollte unbedingt hier übernachten! Und dann ging es quer durchs Olt-Tal nach Brasov, unserer letzten Station auf der Reise. Der Schriftzug auf dem Stadtberg verleiht der Stadt ein klein wenig Hollywood-Feeling, auch wenn das ganze optisch bei der Nachbarstadt Rasnov noch eindrucksvoller aussieht, da direkt hinter dem Schriftzug hier die Festung auf dem Berg steht. Die kann man sich auch gut anschauen. Weiter haben wir in Bran vorbeigeschaut – dem Dracula-Schloss Rumäniens, auch wenn es im Prinzip gar nichts mit Dracula zu tun hat und sind durch den Seven Ladders Canyon gegangen – definitv auch ein Highlight und unbedingt empfehlenswert. Und am letzten Tag dann nochmal eine richtig heftige Bergtour: Von Zarnesti aus über die Piatra Mică und zurück. Mehr als 1100 Meter nach oben, oft ziemlich steil und das obere Stück am Grat entlang. Aber unglaublich schön und abwechslungsreich! Definitiv ein mehr als würdiger Abschluss des Trips, bevor es dann wieder von Bucharest mit TAROM zurück nach München ging. Übrigens bietet die staatliche rumänische Fluggesellschaft TAROM auch echt ein Flugerlebnis – so waren die Flieger wohl in den 80er Jahren: Dicke blaue Sitze, die irgendwie schon Ostblockcharme versprühen – aber es gibt Unterhaltungsprogramm per Wifi und Getränke+Snack sowie Gepäck sind inklusive.
Kommen wir zu den spannenden Erkenntnissen der Reise:
– Autofahren in Rumänien ist speziell. Sie mögen mehrspurige Kreisverkehre, die Geschwindigkeitsbegrenzungen sind extrem niedrig, sodass sie niemand daran hält, innerorts überholen ist Standard, ständig stehen irgendwo Autos mit offenen Motorhauben oder mit Reifenschäden und die Autobahnen sind in Rumänien dass, was hier der BER ist – seit Ewigkeiten im Bau, aber nicht fertig. Und trotzdem funktioniert alles irgendwie, selbst Esel- oder Pferdekarren sind kein Problem, da die Straßen sehr breit sind. Schnell voran kommt man aber hier nicht wirklich.
– Als Vegetarier dürfte man sich vermutlich die meiste Zeit von Polenta ernähren – hier steht praktisch immer Fleisch auf dem Speiseplan.
– Ich mag rumänisches Gebäck und den Frühstücksaufstrick aus Himbeer und Honig in einer Unterkunft war definitiv göttlich.
– Honigbienen werden per LKW von A nach B gefahren bzw. zum Futter gebracht.
– Vieles ist super freundlich und man kommt mit Englisch und gelegentlich sogar Deutsch gut durch, besonders bei den Jüngeren.
– Es macht einen krassen Unterschied mit welcher VISA-Karte man Geld kostenlos abhebt – die DKB-Bank bietet einen 2% besseren Wechselkurs als die Comdirect-Bank.
– Statt zu betteln werden hier meist Blumen verkauft – mal mehr, mal weniger aufdringlich.
– Die Rumänen sind meist keine Bergmenschen, wie es Österreicher oder Süddeutsche oft sind – erkennbar am Verhalten in den Bergen (hier könnte das Miteinander noch besser sein) und der Ausrüstung (auch Sandalen sind schon mal festes Schuhwerk)
– Rumänen machen überall Pause – Einfach am Straßenrand halten und Picknickdecke raus, auch direkt an der dichtbefahrenen Nationalstraße. Leider nehmen sie hier oft ihren Müll dann nicht mit.
– Zum Campen ist Rumänien sicher auch (noch) ein ziemlich cooles Land – evtl. sollte ich zum Trecking durch die Berge mal wiederkommen.
– Die Schere zwischen Stadt und Land erscheint hier oftmals noch viel krasser als in Deutschland.
– An Geschwindigkeitsbegrenzungen hält sich wirklich niemand – insbesondere innerorts (wenn man denn überhaupt gerade sicher sagen kann, ob man inner- oder außerorts ist).
– Rumänen scheinen ein Faible für Brunnen und Wasserspiele zu haben – sehr symphatisch.
– Bier ist in der Regel deutlich billiger als selbstgemachte Limonade und Rumänen mögen Flaschenbier.

Und hier noch die unvermeindlichen Bildeindrück – zum Vergrößern einfach anklicken 🙂