Jahresrückblick 2019

Jahresrückblick 2019

So, da ich gerade mal wieder im Zug nach Hause sitze, nutze ich die Zeit, um meine Gedanken dieses Jahr zurückschweifen zu lassen. Dabei steigt bei mir direkt das Gefühl auf, dass 2019 irgendwie so ein “Zwischenjahr” war. Während 2018 vollgepackt war mit Fertigstellung der Diss, Promotionsprüfung und Start ins Referendariat und 2020 sicherlich in vielerlei Hinsicht genauso spannend wird, war 2019 schon vorab relativ durchgeplant und einfach strukturiert – kein Jobwechsel, die erfüllte Hoffnung, den Wohnort nicht wechseln zu müssen, und ein Stück ganz normales Referendarsleben. Dazu weiter meine Arbeit für LEIFI und zwischendurch die Highlights durch Lehrerfortbildungen mal raus aus dem Referendarsalltag zu kommen. Klingt langweilig, war es aber eigentlich gar nicht, vor allem da ich dann doch ein persönliches Highlight in 2019 platziert habe (auch wenn das nix mit 2019 oder dem Zwischenjahr zu tun hat, sondern einfach nur, weil ich gerade Lust darauf hatte und es tun wollte). Und so wird mir sicherlich der eigentlich völlig unspektakuläre Heiratsantrag mitten hinein in den Alltag und an einem ganz normalen, typischen Sonntagmorgen immer in Erinnerung bleiben – ganz ohne Fotos oder Videos davon. Manche Momente sind einfach privat und sollten es auch bleiben. Auf jeden Fall bin ich total glücklich mit der Antwort. Dazu kommen noch zwei weitere Dinge: Zum einen, dass die schwierige Suche nach einem entsprechenden Ring gut funktioniert hat – er gefällt. Und zum anderen, dass eine Freundin später sagte, dass der Antrag und die Form voll zu mir gepasst hätte und typisch „ich“ wäre – beides definitiv Highlights in 2019.
Natürlich erscheinen mir auch diverse Reisen aus 2019 vor meinen Augen. Start ins neue Jahr in Graz, Skifahren auf der Hütte, Osterreise nach Stockholm, Pfingsten in Belfast und an der Westküste Irlands, im Sommer drei Wochen durch Rumänien und zum Jahresausklang nach Sofia. Ich will jetzt hier kein Ranking der Reisen aufstellen, jede war auf ihre Art und Weise toll, aber ich liebe definitiv Skiurlaub auf der Hütte und ich mag Roadtrips. Und ich liebe es, dass es da jemanden an meiner Seite gibt, mit dem ich diese Trips machen kann, auch wenn sie für viele auf den ersten Blick verrückt oder wenig typisch und erstrebenswert klingen. Und so hat auch 2019 meinen Horizont erweitert, mir immer wieder die Privilegien vor Augen geführt, die mein aktuelles Leben – und ein deutscher Reisepass – bieten und dazu deutlich gemacht, dass ich doch nur relativ wenig Materielles brauche, um glücklich und zufrieden zu sein.
Neben den eigenen Reisen kam auch noch Beuch aus Hannover, Berlin und den USA nach München, was auch immer eine tolle Abwechslung darstellt. Dazu diverse Konzerte und ziemlich viele Stunden mit spannenden, abwechslungsreichen Hörbüchern. 2019 war irgendwie einfach ein rundes Jahr, dass immer wieder neue, spannende und interessante Momente bot, ohne jedoch für immer prägend zu sein. So kann ich mich zum Beispiel auch nach all dieser Zeit nicht so wirklich an den Doktortitel gewöhnen. Es klingt und liest sich immer noch komisch deplatziert (weil was kann ich eigentlich schon?) und steht auch immer noch nicht an meiner Haustür oder in meinem Ausweis. Dazu fühle ich mich auch nicht so als typischer Referendar und auch nicht als Lehrer. Somit auch in dieser Hinsicht irgendwie ein Zwischenjahr.
Was ich 2019 neu gelernt habe ist, neben schulischen Dingen, ganz sicher das Jonglieren. Um genau zu sein nur die ersten paar einfachen Schritte des Jonglierens. Aber immerhin habe ich den Wimasu Jonglierbutton erhalten, sodass der Hochzeit von dieser Seite aus nichts mehr im Wege steht 😉

Und was bleibt sonst von 2019? Meine persönlichen Hitlisten:
Lieder des Jahres: Römer am Ende Roms – Thees Uhlmann, Alles mit nach Hause – Die Toten Hosen, Der beste Morgen – Christina Stürmer
Filme des Jahres: Eigentlich keine so wirklich – am ehesten ein paar Disneyfilme, die ich kennengelernt habe
Hörbuch(reihe) des Jahres: Oscar Wilde & Mycroft Holmes

Vorsätze für 2020?
– Mir weiter treu bleiben (Bis zum Ende – Mikroboy)
– offener sagen, was ich mag und was nicht (Solang‘ du mit mir singst – Fiva & das Phantomorchester).
– Weiter offen für Neues bleiben und so durch die Welt reisen (Überall zu Hause – Christina Stürmer)
– Immer mal wieder Pausen vom Alltag einstreuen (Alles mit nach Hause – Die Toten Hosen)

Nachtgedanken

Nachtgedanken

Endlich komme ich mal wieder dazu hier ein paar Zeilen zu schreiben. Oder vielleicht sollte ich lieber sagen, dass ich einfach gerade mal wieder das Gefühl habe, hier schreiben zu müssen. Das klingt jetzt vielleicht zu negativ als es ist, aber manche Dinge beschäftigen mich einfach und schreiben hilft da ja manchmal. Also schreibe ich.
Und der Blick auf die Uhr ist der erste Punkt, über den ich schreiben mag. Es ist jetzt 2:40 Uhr und ich genieße es. Ich mag die Nacht und mag meine Nächte. Dummerweise klaut mir der Lehrerberuf sehr viele dieser Nächte. Wenn ich morgen früh um 8 Uhr in der Klasse stehen müsste, mein Wecker also um 6:30 Uhr klingeln würde, dann müsste ich jetzt schon längst im Bett liegen. Zum Glück habe ich freitags später, aber eben nur Freitags (+ freier Dienstag). Und so habe ich unter der Woche nur noch selten sehr lange Nächte, weil so ein bisschen Rhythmus braucht man ja schon. Das finde ich doof, lässt sich aber eben gerade nicht ändern.
Nächster Punkt: Rund ums Heiraten gibt es ja ganz viele Traditionen und Bräuche. Ich bin da ja nur mäßiger Fan von und gerade stolpere ich dabei wieder über einen Punkt, den ich nicht so geil finde, aber wo ich auch so gar keine Lösung sehe. Es ist ja schon ziemlich klassisch, dann man zwei Trauzeugen hat, eine Freundin der Frau und ein Freund des Mannes. Aber wieso eigentlich? Warum sollte man als Mann keine weibliche Trauzeugin haben? Spricht ja eigentlich nichts dagegen und ich habe ganz ehrlich auch kein Problem damit, diese Tradition zu sprengen, aber dann ist da noch die Sache mit dem Junggesellenabschied. Die Orga davon fällt ja zumeist irgendwie in die Zuständigkeit des jeweiligen Trauzeugen. Und da das nun mal in der Tat irgendwie eine geschlechtergetrennte Veranstaltung ist, würde sich eine Trauzeugin da sehr schwer tun. Das jemand anderem aufs Auge zu drücken wäre auch irgendwie komisch. Alternative: Zwei Trauzeugen, einmal männlich, einmal weiblich. Mhh, macht auch irgendwie nur Sinn, wenn das bei beiden so wäre… Was bleibt ist die Erkenntnis, dass manche Dinge einfach irgendwie komisch und kaum sauber zu lösen sind…
Dann eine weitere Frage der Nacht: Wann sollte man eigentlich damit anfangen, sich damit zu beschäftigen, was nach dem Referendariat so kommt? Und auf welche verrücken Stellen will man sich eigentlich bewerben? Noch erscheint das alles irgendwie sehr weit weg, aber manchmal sind die Fristen lang und erstmal müsste ich auch mal sowas wie Bewerbungsunterlagen zusammenstellen. Puhh, da habe ich ja echt nicht wirklich Lust drauf. Und dennoch fürchte ich, dass ich mich da in den nächsten Monaten schon mal langsam drum kümmern sollte. Aber ganz nebenbei muss ich auch noch eine Hochzeit organisieren, eine Lehrprobe mit einer Klasse planen, die ich kaum wirklich kenne und dann noch meine Hausarbeit schreiben, die in vier Wochen fällig ist, von der aber noch keine einzige Zeile existiert.
Ich glaube, bei dem Programm gehe ich jetzt mal lieber schlafen 😉

Ferienzeit = Reisezeit

Ferienzeit = Reisezeit

Natürlich habe ich auch die Sommerferien genutzt um zu reisen. Nachdem relativ lange unklar war, wo es denn nun hingehen sollte, habe ich zunächst einfach nur einen Hinflug nach Bucharest (Rumänien) gebucht, noch ohne Rückflug, da mehrere mögliche Rückflugorte zur Auswahl standen und die Reise ursprünglich auch nach Bulgarien gehen sollte. Am Ende musste ich aber doch sehr schnell feststellen, dass Rumänien sicher mehr als genug Sehenswürdigkeiten für 6 Wochen zu bieten hätte, ich aber nur knapp 3 unterwegs sein konnte – entsprechend blieb es dann bei einem Roadtrip durch die Walachei und Transsylvanien (Siebenbürgen) mit wunderschönen Klöstern, lebendigen Städten, alten Kirchenburgen und wunderbaren Bergwelten. Die Karte gibt einen kleinen Einblick in den Reiseweg:

Start war ganz klassisch in der Hauptstadt Bucharest, die vermutlich als Ganzes keinen Schönheitspreis gewinnt, aber doch auf ihre Art eindrucksvoll mit mächtigen Gebäuden ist. Auch die Spuren des Sozialismus lassen sich hier gut beobachten. Mit dem Mietwagen – natürlich ganz klassische rumänisch einem Dacia Logan, das ist dort praktisch jedes zweite Auto. Eigentlich ganz solide, es fehlt nur der 6. Gang. Erste Station war Curtea de Argeș, mit tollem Kloster und am südlichen Ende der Transfăgărășan (ich habe schon wieder vergessen, wie man das ausspricht). Aber bevor es über die traumhafte Passstraße ging, gab es erst einen kurzen Abstecher ins Olt-Tal und eine ziemlich coole “Kletterpartie” durch die Schlucht des Fluss Stan. Der Weg durch die Schlucht war definitiv ein Highlight, auch wenn inzwischen so viel Eisen verbaut ist, dass es echt ungefährlich ist und man noch nicht mal nasse Füße bekommen muss. Vorbei an der Vidraru-Talsperre über der Prometheus thront ging es dann über den Transfăgărășan nach Sibiu (Hermannstadt). Hier galt definitiv: der Weg ist das Ziel! Unglaubliche Ausblicke, die wir aufgrund des Verkehrs auch gut genießen konnten.
Entsprechend ging es nach einem Tag in Sibiu auch nochmal von der anderen Seite nach oben um am Bâlea-See eine Bergtour zum Vânătoarea lui Buteanu zu machen – mit 2507 der neunthöchste Berg Rumäniens und unser Dach der Rumänientour. Auch ein traumhafter Tag in der Natur. Sibiu selbst ist auch eine tolle Stadt mit vielen Verbindungen zu Deutschland und war gebäcktechnisch definitv ein Highlight. Zur Entspannung waren wir hier auch einen halben Tag an den Salzseen, die genau so salzhaltig wie das Tote Meer sind 🙂
Rund um Sibiu und die gesamte Region mit Medias und Sighișoara (Schäßburg) finden sich weiter unzälige Kirchenburgen. Irgendwie verrückt aber definitv auch sehr sehenswert, auch wenn mir Sighișoara schon fast zu touristisch war. Aber muss ja auch mal sein. Von dort ging es weiter über die Salzmine von Turda, wo in einer der riesigen und wunderschönen Mienen jetzt ein kleiner Freizeitpark unter Tage ist, nach Cluj – die Studentenstadt Rumäniens. Und irgendwie merkte man das der Stadt auch im postiven Sinne an. Cluj war bunt, kreativ und lebhaft. Dazu eine schöne Altstadt, tolle Cafes und alles entspannt. Aber auch von hier gab es einen Abstecher in die Natur: Cheile Turzii, eine tolle Schlucht die wir zuerst durchwanderten und dann auf einer Seite über den Berg den Bogen zurück machten. Hat sich definitv auch gelohnt.
Danach ging es über Alba Iulia mit ihrer riesigen Festungsstadt und Sebes auf die Transalpina – die zweite unglaubliche Passstraße über das Făgăraș-Gebirge und mit über 2130m der höchste Punkt, den wir per Auto erreichten. Auch hier gab es natürlich wieder eine Bergtour und anschließend übernachteten wir in der besten Unterkunft des Urlaubs: Schaukel auf dem Balkon, Hot Tub im Garten, hausgemachtes Essen und ein unglaublicher Ausblick aufs Făgăraș-Gebirge und die Transalpina. Wer mal in die Ecke kommt, sollte unbedingt hier übernachten! Und dann ging es quer durchs Olt-Tal nach Brasov, unserer letzten Station auf der Reise. Der Schriftzug auf dem Stadtberg verleiht der Stadt ein klein wenig Hollywood-Feeling, auch wenn das ganze optisch bei der Nachbarstadt Rasnov noch eindrucksvoller aussieht, da direkt hinter dem Schriftzug hier die Festung auf dem Berg steht. Die kann man sich auch gut anschauen. Weiter haben wir in Bran vorbeigeschaut – dem Dracula-Schloss Rumäniens, auch wenn es im Prinzip gar nichts mit Dracula zu tun hat und sind durch den Seven Ladders Canyon gegangen – definitv auch ein Highlight und unbedingt empfehlenswert. Und am letzten Tag dann nochmal eine richtig heftige Bergtour: Von Zarnesti aus über die Piatra Mică und zurück. Mehr als 1100 Meter nach oben, oft ziemlich steil und das obere Stück am Grat entlang. Aber unglaublich schön und abwechslungsreich! Definitiv ein mehr als würdiger Abschluss des Trips, bevor es dann wieder von Bucharest mit TAROM zurück nach München ging. Übrigens bietet die staatliche rumänische Fluggesellschaft TAROM auch echt ein Flugerlebnis – so waren die Flieger wohl in den 80er Jahren: Dicke blaue Sitze, die irgendwie schon Ostblockcharme versprühen – aber es gibt Unterhaltungsprogramm per Wifi und Getränke+Snack sowie Gepäck sind inklusive.
Kommen wir zu den spannenden Erkenntnissen der Reise:
– Autofahren in Rumänien ist speziell. Sie mögen mehrspurige Kreisverkehre, die Geschwindigkeitsbegrenzungen sind extrem niedrig, sodass sie niemand daran hält, innerorts überholen ist Standard, ständig stehen irgendwo Autos mit offenen Motorhauben oder mit Reifenschäden und die Autobahnen sind in Rumänien dass, was hier der BER ist – seit Ewigkeiten im Bau, aber nicht fertig. Und trotzdem funktioniert alles irgendwie, selbst Esel- oder Pferdekarren sind kein Problem, da die Straßen sehr breit sind. Schnell voran kommt man aber hier nicht wirklich.
– Als Vegetarier dürfte man sich vermutlich die meiste Zeit von Polenta ernähren – hier steht praktisch immer Fleisch auf dem Speiseplan.
– Ich mag rumänisches Gebäck und den Frühstücksaufstrick aus Himbeer und Honig in einer Unterkunft war definitiv göttlich.
– Honigbienen werden per LKW von A nach B gefahren bzw. zum Futter gebracht.
– Vieles ist super freundlich und man kommt mit Englisch und gelegentlich sogar Deutsch gut durch, besonders bei den Jüngeren.
– Es macht einen krassen Unterschied mit welcher VISA-Karte man Geld kostenlos abhebt – die DKB-Bank bietet einen 2% besseren Wechselkurs als die Comdirect-Bank.
– Statt zu betteln werden hier meist Blumen verkauft – mal mehr, mal weniger aufdringlich.
– Die Rumänen sind meist keine Bergmenschen, wie es Österreicher oder Süddeutsche oft sind – erkennbar am Verhalten in den Bergen (hier könnte das Miteinander noch besser sein) und der Ausrüstung (auch Sandalen sind schon mal festes Schuhwerk)
– Rumänen machen überall Pause – Einfach am Straßenrand halten und Picknickdecke raus, auch direkt an der dichtbefahrenen Nationalstraße. Leider nehmen sie hier oft ihren Müll dann nicht mit.
– Zum Campen ist Rumänien sicher auch (noch) ein ziemlich cooles Land – evtl. sollte ich zum Trecking durch die Berge mal wiederkommen.
– Die Schere zwischen Stadt und Land erscheint hier oftmals noch viel krasser als in Deutschland.
– An Geschwindigkeitsbegrenzungen hält sich wirklich niemand – insbesondere innerorts (wenn man denn überhaupt gerade sicher sagen kann, ob man inner- oder außerorts ist).
– Rumänen scheinen ein Faible für Brunnen und Wasserspiele zu haben – sehr symphatisch.
– Bier ist in der Regel deutlich billiger als selbstgemachte Limonade und Rumänen mögen Flaschenbier.

Und hier noch die unvermeindlichen Bildeindrück – zum Vergrößern einfach anklicken 🙂

Rennende Zeit

Rennende Zeit

Ja, der Titel sagt im Prinzip schon alles: Ich habe aktuell das Gefühl, dass die Zeit an mir vorbei rennt und ich kaum bis nicht Schritt halten kann. Das Schuljahr neigt sich ziemlich stark dem Ende zu – noch 2 Wochen bis Notenschluss und noch 4 Wochen bis zu den Ferien. Und damit ist dann auch schon das erste Jahr meines Referendariats, also die Hälfte davon, schon vorbei. Am Montag und Dienstag sind schon die letzten Seminartage für dieses Halbjahr – verrückt. Und dabei muss ich noch zwei Stegreifaufgaben schreiben und 4 Schulaufgaben wieder einsammeln. Ich mag nicht…

Dann gibt es aktuell sehr viele Dinge zu planen. Zunächst sollte ich mich mal um meine Hochzeit kümmern und im ersten Schritt eine Gästeliste aufstellen, um mögliche Locations suchen zu können, um dann ein Datum festzulegen. Dann muss ich aber auch mal meinen Sommerurlaub planen. Da die Sommerferien ja vor der Tür stehen, dann steht auch mein Sommerurlaub vor der Tür. Ich bin mir doch noch nicht mal sicher, wo ich denn eigentlich hin möchte. Und manche Ziele auf der Liste benötigen irgendwie sinnvollerweise auch ein eigenes Auto, was auch wieder kompliziert ist. Dazu sind die nächsten beiden Wochenenden auch schon irgendwie verplant und nach dem Urlaub habe ich ja dann auch schon wieder Geburtstag, wofür es auch schon verrückterweise Pläne gibt, die ich aber gar nicht selbst gemacht habe, sondern mir mitgeteilt wurden (aber eigentlich trotzdem ganz cool sind).

Letzte Woche sind meine Abende übrigens mal wieder nicht für die Schule draufgegangen, sondern für die Uni. Hier musste ich ein Abschlussbericht zu meinem Videoprojekt schreiben, was ich auch irgendwie verdrängt hatte und genau genommen auch nur zum Teil in meinen eigentlichen Tätigkeitsbereich fällt – aber was solls, ich mag ja das Unileben eigentlich und so ist es immer ein geben und nehmen.

Und dann war es am jetzigen Wochenende auch noch so heiß, dass ich einfach gar nichts getan habe, sondern einfach nur die Sonne, die Isar und das Westparkfeuerwerk genossen habe, was am Samstag stattgefunden hat… Ich konnte mich einfach zu gar nichts anderem motivieren und das war auch gut so – manchmal brauchen Körper und Geist einfach Pause und Erholung 🙂

Triff mich an der Kirche

Triff mich an der Kirche

Auch wenn ich diesen Post erst später veröffentlichen werde, da ich vom Inhalt zunächst einigen Leuten persönlich berichten möchte, schreibe ich ihn jetzt, wo die ganze Sache noch nicht ganz so lange her ist, jetzt, wo ich gerade mal ein wenig Zeit und Ruhe habe und wo meine Nacht-Playlist rauf und runter läuft.
Ich habe das getan, was ich schon seit vor Weihnachten letzten Jahres vor mir herschiebe. Okay, um ehrlich zu sein schiebe ich es noch deutlich länger vor mir her, aber gegen Ende des letzten Jahres habe ich eigentlich beschlossen, dass es nun mal konkreter werden soll und ich mein Leben weiterentwickeln möchte. Und nein, damit ist diesmal tatsächlich nicht beruflich gemeint, sondern ganz privat. Und mit dieser Entscheidung zum Schritt vorwärts stellten sich auf einen Schlag eine ganze Reihe an Fragen, über die ich noch nie wirklich nachgedacht hatte und auf die ich auch spontan keine wirkliche Antwort hatte. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich auf einige der Fragen inzwischen eine Antwort habe – aber egal. Das sind/waren dann so Fragen wie “Wie traditionell möchte ich das alles halten?”, “Wann ist der richtige Zeitpunkt?”, “Wie, wo, in welcher Form?”, “Erst die Eltern fragen oder nicht?” und nicht zu Letzt “Was für ein Ring?”.
Dass ich dazu irgendeinen passenden Spruch bzw. ein Zitat brauche, war ja eh klar und eigentlich stand der auch schon seit Ewigkeiten fest – was auch hier in meiner Playlist mit den Songs zu meinem Leben irgendwie vermerkt war und ist. Thees Uhlmann kann einfach texten und da nicht nur ich ihn mag, passt er auch echt gut zu mir bzw. zu uns. Lustigerweise kommt dann auch noch der passende Name im Lied vor 🙂 Hier ging die Entscheidung also eigentlich recht schnell, auch wenn ich zwischendurch doch nochmal nach Alternativen gesucht habe.
Auf die Frage, wie traditionell ich es denn gerne hätte und ob erst Eltern fragen oder nicht, habe ich bisher keine echte Antwort, auch wenn es jetzt für eine Antwort auch zu spät ist. Auf der einen Seite ist heiraten ja sowieso irgendwie mit Traditionen be- oder überladen und manche gehören eben einfach dazu, aber auf der anderen Seite bin ich nicht so der traditionelle Mensch, der sich ständig an alle Regeln hält. Entsprechend habe ich nicht vorher gefragt, wohl auch weil ich damit an einen fixen Termin gebunden gewesen wäre oder zumindest an einen sehr beschränkten Zeitraum. Wäre ja irgendwie sehr komisch, wenn ich erst die Eltern frage und dann wochenlang die zentrale Person nicht. Ich bin daher sehr gespannt, wie die Eltern reagieren werden, da sie aktuell davon noch nichts wissen und es erst am Wochenende gesagt bekommen, wenn wir uns alle persönlich sehen. Meine Eltern werden dann noch zwei weitere Wochen warten müssen, bis ich mal wieder zu Hause bin. Aber ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass ich beides überleben werde, auch wenn ich auf viele Fragen, die dann sicher gestellt werden, schon wieder keine Antworten habe 😉
Eine riesige Frage für mich war die Frage nach dem Ring. Und die Herausforderung hier war nicht, wie teuer er denn sein muss (wie sind ja nicht in den USA und Geldwert spielt für mich hier so gar keine Rolle – auch der Kaugummiautomat kann total Stil haben) oder wie groß irgendein Stein darauf sein soll, sondern eher die Frage, welcher Ring passt zu einer Person, die eigentlich sehr selten bis nie Ringe trägt? Und welcher Ring passt auch irgendwie zu mir, da er ja von mir kommt? Diese Frage hat mich durchaus einige Nächte beschäftigt und ich habe ziemlich viel hin- und herüberlegt, bis ich mich dann am Ende für einen Ring entschieden habe (Bild am Ende des Posts). Glücklicherweise scheine ich damit nicht schlecht zu liegen 😉
Was ich jedoch fast noch meht Zeit und Gedanken gekostet hat, ist die Frage der “Verpackung”. Wer mich kennt, der weiß, dass ich sowas niemals einfach mit der komischen Schmuckverpackung machen würde, die man eben zu so einem Ring dazubekommt. Aber auf der anderen Seite sollte es auch nicht zu verrückt sein und die ganze Aufmerksamkeit auf das Äußere lenken – Äußeres spielt ja bei sowas eine völlig untergeordnete Rolle (oder sollte es zumindest). Und so beschloss ich irgendwann einfach eine kleine Schatztruhe zu besorgen, die quasi als Ringschachtel und Aufbewahrungsort dient. Die Schatztruhe habe ich dann entsprechend ausgestattet, und darin befindet sich natürlich auch der Spruch, den ich ausgewählt habe:

Triff mich an der Kirche, denn ich habe Lust zu schwör’n,
dass wir für den Rest zusamm’ gehören.

Thees Uhlmann – Römer am Ende Roms

Irgendwie bin ich ziemlich glücklich mit der Entscheidung, das Ganze so zu machen und so zu verpacken. Eine gute Freundin meinte nachher, das Ganze wäre “typisch Stefan” gewesen und hat mir damit wohl ein viel größeres Kompliment gemacht, also sie sich bewusst ist. Denn genau das soll sowas ja sein, eine kleine Quintessenz von sich selbst…
Und irgendwann vor Weihnachten hatte ich dann im Prinzip schon die meisten wichtigen Dinge entschieden – nur die Frage nach dem wann war mir weiter völlig unklar. Viele Leute machen sowas ja um Urlaub oder zu besonderen Anlässen, aber das finde ich ganz persönlich ziemlich doof. Schließlich geht es beim Heiraten ja darum, dass man den Alltag miteinander teilt, also die ganz normalen Tage, nicht die besonders schönen Momente im entspannten Urlaub – ich glaube man kann neben vielen Leuten gut am Pool liegen, aber nur neben sehr wenigen jede Nacht und jeden Morgen. Auch muss ja der Gegenüber eine ganz realistische Möglichkeit und Gelegenheit haben, nein zu sagen. Alles andere wäre totaler Mist und nicht im Sinn der Sache. Somit musste es eigentlich irgendwann mitten im Alltag sein und doch so, dass man irgendwie etwas Zeit und Raum hat mit der Sache umzugehen.
Und so habe ich es dann doch noch irgendwie fünf Monate vor mir hergeschoben, während der Ring schon in meiner Schublade lag. Dabei war es nicht so, dass ich mich jeden Morgen gefragt hätte, ob heute ein guter Tag dafür ist, sondern ich habe einfach weiter mein Leben gelebt und genossen und darauf gewartet, dass irgendein Moment zu mir sagt: „Hey, jetzt wäre es ganz cool“.
Und als der Moment an einem entspannten Sonntagmorgen da war, habe ich einfach Musik angemacht (Was für ein Lied wohl 😉 ) und gefragt – ganz ohne übermäßigen Kitsch oder einem Berg von roten Rosen. Und damit begann dann ein ganz entspannter Tag, an dem erstmal eine Flasche Champus geleert werden musste, die sowieso schon seit meiner Promotion im Kühlschrank stand und jetzt aus zweifachem Grund einen Ehrenplatz auf meinem Schrank einnimmt. Passende Musik zum Hören an einem solchen Tag: „Der beste Morgen – Christina Stürmer“, passende Musik für das Feeling „Alles mit nach Hause – Die Toten Hosen“ und gute Laune Musik für die übergeordnete Idee: „Solang du mit mir singst – Five und das Phantomorchester feat. Peter Brugger“.
Ja, eigentlich müsste man jetzt auch sicher ganz viel planen und überlegen, aber ganz ehrlich: Da ist noch nicht viel passiert und ich kann auf viele der entsprechenden Fragen „Wann, wo, wie usw.“ noch gar keine Antwort geben. Wird vielleicht auch noch ein wenig dauern, bis ich antworten finde. Ein Grund ist, dass ich darauf sowas zu planen und zu organisieren nur wenig Lust habe. Aber der viel bessere Grund ist, dass ja erstmal Urlaub geplant werden musste. Schließlich stehen die Pfingstferien vor der Tür und ich habe mir ja vorgenommen in allen Ferien irgendwie zu reisen. Und daher geht es wieder nach Irland. Ziel ist diesmal aber nicht Dublin sondern erst Belfast und dann die Westküste. Leider insgesamt nur 8 Tage, da ich anschließend nach Hause muss, da dort wichtige Termine anstehen, aber besser als nichts. Und außerdem muss ich ja sowieso irgendwann mal dringend nach Hause, um die News zu verkünden, da passt so ein langes Wochenende dann ganz gut.
So, jetzt genieße ich aber erstmal noch ein bisschen das gute Alltagsgefühl, dass mit dieser Entscheidung immer noch anhält, obwohl das Ganze schon fast vier Wochen her ist. Dafür hier noch wie versprochen ein Bild:
Ring