Die kleinen Dinge

Die kleinen Dinge

Das wirklich Verrückte, Unbeschreibliche an so einer Hochzeit sind eigentlich die kleinen Dinge, die unendlich viele Gefühle und Gedanken auslösen:

  • Die ersten Blumen, die ich meiner besseren Hälfte in 10 Jahren Beziehungen mitgebracht habe, war der Brautstrauß.
  • Auch wenn das Standesamt für uns nur der unspektakuläre Auftakt war, waren wir doch ziemlich aufgeregt, weil man weiß, dass die folgende Unterschrift doch irgendwie sehr bedeutsam ist.
  • Seite an Seite führt jetzt immer zu Gänsehaut.
  • Es ist wunderschön, wenn Leute von überall her anreisen, um mit dir zu feiern.
  • Man kann sich gegenseitig auch nach 10 Jahren noch gut überraschen und es fühlt sich gut an, wenn das gewählte Outfit dem Gegenüber ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
  • Mit Schuhen kann man ganz schön die Schau stehlen.
  • Gegenseitig Ringe anstecken ist gar nicht so einfach.
  • Spinnen können auch auf Hochzeitskleidern auftauchen.
  • Outfits anschauen an Hochzeiten macht schon Spaß. Manchmal krass, wie anders Leute aussehen/wirken können.
  • Mit einem Ring am Finger kann man total cool Geräusche z.B. an seiner Kaffeetasse machen.
  • Es ist cool zu Erleben, wie manche Leute kleine Details feiern während andere darüber nur den Kopf schütteln.
  • Hochzeitstorte kann ziemlich lecker sein und es ist völlig egal, wie man sie anschneidet.
  • Abilieder sind auch nach 15 Jahren irgendwie noch cool.
  • Ich liebe Fotoboxen und verrückte Bilder!
  • Die Reste der Candy-Bar selbst futtern zu dürfen, ist ziemlich geil!
  • An meiner Wand hängt jetzt eine schöne, bunte Welt.
  • Im Februar heiraten ist völlig unterschätzt – das ist echt die beste Zeit zum Heiraten.
  • Ich freue mich riesig die restlichen Hochzeiten dieses Jahr ganz entspannt besuchen zu können 🙂
Hochzeits-Rückblick

Hochzeits-Rückblick

Es klingt noch immer völlig komisch, aber ich bin verheiratet. Total verrückt! Doch irgendwie fühlt es sich auch immer noch total verrückt gut an und eingentlich hat sich ja nichts wirklich verändert und doch hat sich alles irgendwie geändert. Klingt alles völlig quer, lässt sich aber einfach nicht besser in Worte fassen. Im Gegensatz zur nicht in Worte zu fassenden Gefühlswelt fällt es mir einfach den Tag selbst zu beschreiben: Ich hatte einen unglaublich wunderbaren Tag mit unendlich viel Spaß, guter Laune, tollen Momenten und ganz vielen wunderbaren Menschen um mich herum! Es war einfach super genau so wie es war und es gibt rückblickend nichts, was ich unbedingt anders machen würde. Und irgendwie war auch alles viel entspannter und weniger stressig als erwartet. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass ich nicht immer wieder ziemlich aufgeregt war. So zum Beispiel am Samstagmorgen am Standesamt. Hier war eigentlich alles noch locker, die Runde klein und das Hochzeitoutfit noch leger (ich enttäuschte einige, da ich hier halb-klassische schwarze Schuhe an hatte und als Farbtupfer lediglich rote Socken). Trotzdem wurde eine sehr schnell irgendwie die Bedeutung der Unterschrift bewusst. Die junge Standesbeamtin hat ihren Job dabei ganz wunderbar gemacht und uns viele schöne Zeilen mit auf den Weg gegeben. Besonders toll war, dass sie schon ein paar Zitate aus unserem persönlichen Lied des Tages (Seite an Seite von Christina Stürmer) in die Traurede einbaute. Für meine bessere Hälfte bestand am Ende noch die Herausforderung zum ersten Mal mit ihrem neuen Namen zu unterschreiben. Hat sie wunderbar gemeistert, aber es ließt sich trotzdem immer noch sehr ungewohnt. Anschließend gabs natürlich einen Sekt und vor dem Standesamt erwartete mich dann auch noch eine Überraschung: die Storndorfer Stenn-Clicke war da und sorgte für einen Seifenblasenregen 🙂
Für mich begann dann eine ausgiebigere, entspannte Mittagspause, die ich mit etwas Arbeit, etwas Jonglieren und etwas Schlafen füllte, bevor es anschließend die schwierigste Frage überhaupt zu beantworten galt: Welche Schuhe anziehen? Ich konnte nicht anders und musste die gelben Schuhe wählen. In denen (bzw. den alten gelben Schuhe dieses Modells) steckt so viel Geschichte, dass sie einfach ideal zu dem Tag passten. Und ich wurde mehrfach für die Schuhwahl gefeiert. Der Brautvater hatte sogar in diese Richtung spekuliert und gelbe Socken an 🙂 Aber auch grundsätzlich kam der Hinweise auf fabrige Schuhe in der Einladung gut an und einige waren dankbar, einfach eine Hochzeit in bequemen Schuhen erleben zu dürfen. Ganz untypisch hatte ich übrigens auch eine Fliege an – man heiratet ja nur einmal! So ging es dann auf zur Kirche, wo ich drinnen mit den Gästen auf die Braut wartete – auch eine aufregende Phase. Und dann kam Sie rein in einem tollen Kleid und der Gottesdienst flog gefühlt fast an uns vorbei. Dabei stellte ich allerdings fest, dass der gewählte Trauspruch, “Du stellst meine Füße auf weiten Raum”, einfach echt gut zu uns passt und wirklich schön in den Gottesdienst eingebaut wurde. Weitere persönliche Highlights war eine kurze Spinnenaktion, die weitgehend unbemerkt blieb, und das Tauschen der Ringe. Gar nicht so einfach jemand anderem einen Ring anzustecken 😉
Nach einem Gruppenfoto in der Kirche, auf das ich sehr gespannt bin, kam der Auszug. Vor der Kirche waren natürlich wiederum ein paar Leute, um zu gratulieren und Kleid anzuschauen – eine nicht ganz unsympathische Tradition im Dorf. Dann ging es weiter zum gemütlichen Teil des Tages: Essen, Feriern, Party! Der Weg wurde in einem lustigen Autoconvoi zurückgelegt, auch wenn wir bewusst kein besonderes Hochzeitsauto gewählt hatten.
Vor Ort dann Gratulationsrunde und unendlich viele, wunderbare, verrückte Geschenke. Die müssen irgendwann nochmal einen eigenen Eintrag bekommen. Das coole ist, dass da echt Dinge dabei waren, die auf unserer persönlichen Ideenliste von Dingen standen, die man mal kaufen könnte. Und dazu jedem Menge geile Süßigkeiten 🙂
Es entwickelte sich anschließend ein ziemlich cooler Abend, der sich nicht in Worte fassen lässt. Ein definitives Highlight waren die Springfiguren-Monster, die wir als Give-Away auf die Tische gestellt hatten. Sie werden inzwischen sogar in der Schule eingesetzt 😉 Das Essen war auch super lecker und ich freue mich jetzt schon auf die ganzen Fotos aus der Fotobox – da dürften sicher ein paar Perlen dabei sein. Was aber auf jeden Fall festzuhalten ist: Man hat einfach viel, viel zu wenig Zeit sich mit allen Leuten ausreichend zu unterhalten und zu quatschen! Alles geht so rasend schnell und dann wird natürlich auch noch getanzt, sodass echt verdammt wenig Zeit für die vielen Leute übrig bleibt. Das ist total schade, vor allem da ich manche länger nicht von Angesicht zu Angesicht gesehen habe. Aber mir fällt auch echt keine Lösung für dieses Problem ein. Trotzdem war es einfach unglaublich und ich bin allen dankbar, die da waren und den Tag so besonders gemacht habe – insbesondere auch unseren Trauzeugen, die jederzeit ein sehr hilfsbereites Backup waren! Es gibt nichts, was ich im nachhinein wirklich unbedingt anders machen würde.
Und als wir dann irgendwann nachts so um 4 aufs Zimmer kamen, erwartet uns natürlich noch die letzte Überraschung des Abends – Wasserbacher, Luftballons und Erbsen. Aber alles cool und entspannt, wie die ganze Feier und der ganze Tag.
Kurz: Der Tag wird garantiert für immer unvergessen bleiben.

Ich nehm’ das alles mit nach Hause
Ich gebe nichts mehr davon her!

Am nächsten Morgen dann erstmal eine Dusche zum Aufwachen und dann ein gemütliches Frühstück mit einigen von weiter her angereisten Freunden. Ein ganz entspannter Start in den ersten Tag im Eheleben. Dazu draußen auch noch Sturm und Regen, was den Vortag noch strahlender glänzen lässt. Ach, es war einfach ein geiler Tag und ich freue mich jetzt schon auf die ganzen anderen Hochzeiten in diesem Jahr, die ich ganz entspannt angehen kann. 🙂

Vor-Hochzeitsgedanken

Vor-Hochzeitsgedanken

Krass, morgen ist es schon soweit: Ich mache mal wieder was verrücktes und heirate 🙂 Irgendwie war dieser Tag gefühlt lange noch ganz schön weit weg und jetzt ist er schon da. Und das coole daran ist, dass ich immer noch voll Bock darauf habe – trotz den ganzen Entscheidungen, die in den letzten Wochen ständig zu treffen waren, trotz den vielen Details die irgendwie diskutiert werden mussten und trotz allen anderen Dinge, die das Leben so mitgebracht hat. Es fühlt sich einfach gut und richtig an.

Und ganz ehrlich war es doch eigentlich entspannter und weniger stressig als das von außen immer an uns herangetragen wurde. Wir machen uns einfach keinen Stress – wenn was nicht klappt, dann ist das so und man braucht keinen Plan B und C für alles mögliche, sondern man muss es einfach nehmen, wie es kommt, und es wird sicher gut werden, wie immer auch genau es wird. Ich freue mich einfach morgen ganz, ganz viele Leute zu sehen, von denen ich viel zu viele viel zu lange nicht mehr gesehen habe und gemeinsam mit ihnen einen wunderbaren Nachmittag, einen leckeren Abend und eine lustige Nacht zu verbringen – wunderbar, lecker und lustig natürlich auch nach Belieben gemischt.

Ringe

Meine persönlichen Highlights am ganzen Rahmen der Feier sind eigentlich ein paar kleine Details, die allem eine persönliche Note in unserem Stil verleihen. Ich finde unseren Trauspruch wunderbar passend, die Ringkiste stellt eine wunderbare Beziehung zum Antrag her, unsere kleinen Mitgebsel sind sensationell und die Süßigkeitenauswahl enthält nur Dinge, die ich am liebsten alle sofort selbst auffuttern würde. Dazu noch ein paar kleine Details auf den Tischkarten und eine Fotobox – alles irgendwie unser Stil.
Und zu guter Letzt ein paar Traditionen, die wir ganz sicher nicht befolgen: Es ist mir völlig egal, wie wir die Hochzeitstorte anschneiden und es wir kein Brautstraußwerfen geben. Dazu ist die Kleiderordnung locker und ich weiß aktuell selbst noch nicht, welche Schuhe ich anziehe oder ob ich die sogar irgendwann wechsle 🙂

Viele Schuhe zur Auswahl

Jeder unsrer Träume hat sich gelohnt:
Manche sind zerbrochen, wir ham’s nicht mal mitgekriegt,
doch wir nahmen uns von jedem ‘ne kleine Scherbe mit.
Jeder unsrer Träume hat irgendwas mit uns gemacht,
jeder unsrer Träume hat uns hierher gebracht!

Christina Stürmer – Jeder unserer Träume

Ein Todesfall und eine Hochzeit

Ein Todesfall und eine Hochzeit

Mein Leben rast eigentlich gerade vor sich hin: Es sind noch unendlich viele Details zu klären bzw. zu entscheiden, was die anstehende Hochzeit betrifft, heute war mein letzter Schultag in der alten Schule und ich musste entsprechende Übergabeprotokolle usw. schreiben, am Montag geht es wieder zurück an die Seminarschule, ich treffe mein Seminar wieder und bekomme neue Klassen fürs letzte Halbjahr. Und dann kommt mitten hinein in den Tag, zwischen der finalen Anzuganprobe und dem Formulieren des Trauversprechens ein Anruf, der alles zum Stehen bringt – Großvater relativ überraschend verstorben. Klar, 87 ist ein hohes Alter, aber trotzdem hatte wohl niemand damit gerechnet, dass dies jetzt passiert und so schnell gehen würde.
Und so wird gerade aus einem Wochenende, an dem letzte Detailplanungen gemacht werden sollten, ein ungeplantes Reisewochenende, an dem noch viel mehr Dinge zu entscheiden sind als zuvor gedacht. Alles irgendwie völlig verrückt und schräg. In einem Moment überlegt man, wie genau der Trauspruch formuliert werden soll und im anderen sucht man einen Text, der über einer Traueranzeige stehen soll. Höhen und Tiefen können im Leben echt nahe zusammenliegen und Leben und Tod gehören wohl einfach wirklich zusammen.
Hier passen am Ende wohl mal wieder die Zeilen von Jupiter Jones:

Die Straße ist nicht immer eben,
gerad’ deswegen auf das Leben!

Jahresrückblick 2019

Jahresrückblick 2019

So, da ich gerade mal wieder im Zug nach Hause sitze, nutze ich die Zeit, um meine Gedanken dieses Jahr zurückschweifen zu lassen. Dabei steigt bei mir direkt das Gefühl auf, dass 2019 irgendwie so ein “Zwischenjahr” war. Während 2018 vollgepackt war mit Fertigstellung der Diss, Promotionsprüfung und Start ins Referendariat und 2020 sicherlich in vielerlei Hinsicht genauso spannend wird, war 2019 schon vorab relativ durchgeplant und einfach strukturiert – kein Jobwechsel, die erfüllte Hoffnung, den Wohnort nicht wechseln zu müssen, und ein Stück ganz normales Referendarsleben. Dazu weiter meine Arbeit für LEIFI und zwischendurch die Highlights durch Lehrerfortbildungen mal raus aus dem Referendarsalltag zu kommen. Klingt langweilig, war es aber eigentlich gar nicht, vor allem da ich dann doch ein persönliches Highlight in 2019 platziert habe (auch wenn das nix mit 2019 oder dem Zwischenjahr zu tun hat, sondern einfach nur, weil ich gerade Lust darauf hatte und es tun wollte). Und so wird mir sicherlich der eigentlich völlig unspektakuläre Heiratsantrag mitten hinein in den Alltag und an einem ganz normalen, typischen Sonntagmorgen immer in Erinnerung bleiben – ganz ohne Fotos oder Videos davon. Manche Momente sind einfach privat und sollten es auch bleiben. Auf jeden Fall bin ich total glücklich mit der Antwort. Dazu kommen noch zwei weitere Dinge: Zum einen, dass die schwierige Suche nach einem entsprechenden Ring gut funktioniert hat – er gefällt. Und zum anderen, dass eine Freundin später sagte, dass der Antrag und die Form voll zu mir gepasst hätte und typisch „ich“ wäre – beides definitiv Highlights in 2019.
Natürlich erscheinen mir auch diverse Reisen aus 2019 vor meinen Augen. Start ins neue Jahr in Graz, Skifahren auf der Hütte, Osterreise nach Stockholm, Pfingsten in Belfast und an der Westküste Irlands, im Sommer drei Wochen durch Rumänien und zum Jahresausklang nach Sofia. Ich will jetzt hier kein Ranking der Reisen aufstellen, jede war auf ihre Art und Weise toll, aber ich liebe definitiv Skiurlaub auf der Hütte und ich mag Roadtrips. Und ich liebe es, dass es da jemanden an meiner Seite gibt, mit dem ich diese Trips machen kann, auch wenn sie für viele auf den ersten Blick verrückt oder wenig typisch und erstrebenswert klingen. Und so hat auch 2019 meinen Horizont erweitert, mir immer wieder die Privilegien vor Augen geführt, die mein aktuelles Leben – und ein deutscher Reisepass – bieten und dazu deutlich gemacht, dass ich doch nur relativ wenig Materielles brauche, um glücklich und zufrieden zu sein.
Neben den eigenen Reisen kam auch noch Beuch aus Hannover, Berlin und den USA nach München, was auch immer eine tolle Abwechslung darstellt. Dazu diverse Konzerte und ziemlich viele Stunden mit spannenden, abwechslungsreichen Hörbüchern. 2019 war irgendwie einfach ein rundes Jahr, dass immer wieder neue, spannende und interessante Momente bot, ohne jedoch für immer prägend zu sein. So kann ich mich zum Beispiel auch nach all dieser Zeit nicht so wirklich an den Doktortitel gewöhnen. Es klingt und liest sich immer noch komisch deplatziert (weil was kann ich eigentlich schon?) und steht auch immer noch nicht an meiner Haustür oder in meinem Ausweis. Dazu fühle ich mich auch nicht so als typischer Referendar und auch nicht als Lehrer. Somit auch in dieser Hinsicht irgendwie ein Zwischenjahr.
Was ich 2019 neu gelernt habe ist, neben schulischen Dingen, ganz sicher das Jonglieren. Um genau zu sein nur die ersten paar einfachen Schritte des Jonglierens. Aber immerhin habe ich den Wimasu Jonglierbutton erhalten, sodass der Hochzeit von dieser Seite aus nichts mehr im Wege steht 😉

Und was bleibt sonst von 2019? Meine persönlichen Hitlisten:
Lieder des Jahres: Römer am Ende Roms – Thees Uhlmann, Alles mit nach Hause – Die Toten Hosen, Der beste Morgen – Christina Stürmer
Filme des Jahres: Eigentlich keine so wirklich – am ehesten ein paar Disneyfilme, die ich kennengelernt habe
Hörbuch(reihe) des Jahres: Oscar Wilde & Mycroft Holmes

Vorsätze für 2020?
– Mir weiter treu bleiben (Bis zum Ende – Mikroboy)
– offener sagen, was ich mag und was nicht (Solang‘ du mit mir singst – Fiva & das Phantomorchester).
– Weiter offen für Neues bleiben und so durch die Welt reisen (Überall zu Hause – Christina Stürmer)
– Immer mal wieder Pausen vom Alltag einstreuen (Alles mit nach Hause – Die Toten Hosen)