Gute Laune

Gute Laune

EheringAktuell mag ich mein Leben ziemlich und das macht mir ziemlich gute Laune. Und dafür gibt es aktuell nicht den einen Grund, sondern es sind eher mehrere verschiedene Aspekte, die zusammenkommen. Klar, dass Referendariat neigt sich zu Ende bzw. ist prüfungsmäßig schon zu Ende und ziemlich gut hinter mich gebracht, dass ist sehr nett. Dazu sind die Tage gerade sehr lang und regelmäßig auch sonnig, was mir durchaus gefällt. Und dann freue ich mich nach vier Monaten immer noch sehr über den Ring an meinem Finger. An den habe ich mich überraschender Weise sehr schnell gewöhnt und mag ihn irgendwie. Schlicht, einfach und schon jetzt voller Spuren des Lebens. Dann fühle ich mich in meiner Wohnung und auf dem Balkon gerade auch wieder so richtig wohl. Zwei Wochen zu Hause mit einem ganzen Haus für sich war auch verrückt, aber irgendwie reicht mir gerade auch meine Wohnung mit dem Balkon, dem Beamer und dem tollen roten Sofa. Und irgendwie genieße ich es einfach in den Tag hinein zu leben. Was in den nächsten Wochen und Monaten passiert, an welche Schule es für mich geht oder was sich sonst so ergibt, lasse ich einfach etwas auf mich zukommen. Jetzt muss ich mich erstmal endlich um Danke-Karten für die tolle Hochzeit kümmern. Das etwas sehr anstrengende nach-Corona-Drama mit dem Fotografen geht hoffentlich am Dienstag zu Ende, wenn die Bilder endlich alle hochauflösend bei mir sind. Ich freue mich schon drauf, da wieder durchzuklicken 🙂 Inzwischen dürfte ich auch locker öfters gefragt worden sein, ob ich denn froh bin, dass wir schon im Februar geheiratet haben, als ich vor der Hochzeit gefragt, wurde, warum zur Hölle ich denn im Februar heiraten will. Ich hätte mir übrigens so oder so keinen besseren Hochzeitstermin vorstellen können. Was etwas schade ist, dass es jetzt keine großen anderen Hochzeitsfeiern mehr in diesem Jahr gibt. Das wären irgendwie ganz entspannte feiern für uns geworden 😉 Aber okay, jetzt gibt es die eben im nächsten Jahr.
So und jetzt mache ich mir zur Feier des Tages noch einen Gin Tonic. Prost!

Nach-Prüfungs-Entspannung

Nach-Prüfungs-Entspannung

So, nachdem ich in der ersten Hälfte er Pfingstferien fleißig an meinem alten Projekt aus der Dissertation rumprogrammiert hatte und in der zweiten Wochen – zurück in München – dann doch noch intensiv für meine mündlichen Staatsexamensprüfungen gelernt habe, war es letzte Woche soweit: Die letzten Prüfungen des Refs standen an. Zweimal liefs gut, einmal naja, aber am Ende interessiert es sowieso keinen mehr. Das Wichtigste: Es ist geschafft. Und am Freitag war dann auch direkt Notenbekanntgabe der restliche Noten. Das ganze Seminar im 5-minuten Rhythmus nacheinander ins Büro vom Chef. Das Gute dabei: Die Stimmung im Seminar war sehr angenehm und positiv. Jeder hat dem anderen eine gute Note gegönnt und am Abend wurde dann natürlich – so gut es unter den aktuellen Bedingungen möglich und erlaubt ist – gemeinsam gefeiert und getrunken. Sehr schön, wenn auch irgendwie ganz anders, als nach der Verteidigung der Dissertation.
Und dann stand ein ganz entspanntes Wochenende mit Zocken und Fernsehen vor der Tür. Herrlich. Klar, jetzt ist wieder Unterricht, immer mit halben Klassen, dazu auch noch ein klein wenig Videounterricht für die zu-Hause-Bleiber, aber irgendwie ist das jetzt natürlich auch einfach entspannter. Es läuft einfach alles ganz stark aufs Ende zu, die organisatorischen Dinge wie Noten und Rückgabe der noch fehlenden Schulaufgaben werden mehr, auch unsere offizielle Verabschiedung steht an und irgendwie steht natürlich auch die spannende Frage an, wie es weiter geht. Bei mir gefühlt etwas anders als bei vielen anderen, aber trotzdem. Ich bin gespannt, was die nächsten Wochen so bringen, genieße aber bis dahin auch ein bisschen das nach-Prüfungs-Feeling und den aufkommenden Sommer. Schließlich macht man nur einmal 2. Staatsexamen!

Belastungen ungekannter Art

Belastungen ungekannter Art

So, es ist gerade 2:54 Uhr und statt zu schlafen, schreibe ich gerade diese Zeilen, während ich darauf warte, dass sich mein Adrenalinpegel zumindest wieder etwas senkt. Was ist los? Ich fühle mich gerade echt etwas belastet. Und das keinesfalls von der Pandemie, dem Referendariat, meinem Nebenjob, der Unklarheit beim Blick in die Zukunft oder gar meiner Beziehung. Mich belastet gerade die schwierige Situation bei mir in der Wohnung über mir. Ein älterer Herr ohne Kontakt zur Familie hat gesundheitliche Probleme. Nichts lebensbedrohliches oder so, aber er läuft nur noch sehr schlecht und seit etwa einer Woche fällt er aus unbekannten Gründen immer wieder in seiner Wohnung hin. Und da er nicht von alleine aufstehen kann, ruft und schreit er dann ziemlich unkoordiniert. Beim ersten Mal morgens um 5 Uhr hat es einige Zeit gedauert, bis wir das irgendwie zuordnen konnten und wussten, was eigentlich los ist. Also Kontakt durch den Briefkasten hergestellt, da er selbst nicht die Tür aufmachen konnte und wir keine Alternative wussten erstmal die Polizei gerufen. Zum Glück kam dann noch ein weiterer Hausbewohner dazu, der die Nummer der Pflegekraft kannte, die einen Schlüssel hat. Dies konnte die Polizei auch erreichen, sodass die Tür nicht von der Feuerwehr aufgemacht werden musste. Wir dachten: okay, kann passieren, alles in Ordnung. Doch am Montagmorgen 5.30 Uhr das gleiche Spiel. Diesmal habe ich zum Glück die Pflegerin erreicht, die dann mit dem Schlüssel kam. Donnerstagmittag zum dritten mal. Und irgendwie fängt man dann an relativ vorsichtig auf Geräusche zu reagieren, hört überall besonders genau hin und ist immer irgendwie etwas in Alarmbereichtschaft – nicht gerade entspannend, aber man will ja auch niemanden irgendwie hilflos in der Wohnung liegen lassen. Und vorhin um 1:30 Uhr war es dann wieder der Fall. Unkoordinierte Rufe und “Ich kann nicht aufstehen”. Diesmal habe ich die Pflegerin aber nicht erreicht, also wieder Polizei angerufen und Situation geschildert. Die hat dann auch eine Streife vorbei geschickt, die leider die Tür nicht aufbekommen hat, da sie entgegen den Anweisungen des Pflegedienstes zugeschlossen und nicht nur zugezogen war. Also Feuerwehr geordert. Diese ist dann mit der Drehleiter ans Fenster, hat das irgendwie geöffnet und ist so in die Wohnung gelangt. Der natürlich mitgeorderte Rettungsdienst hilft ihm auf, checkt, dass alles okay ist und fährt wieder, weil es ihm ja prinzipiell gesundheitlich gut geht. Und ich kann gefühlt wieder warten, bis zum nächsten Mal was passiert. Das ist eine für mich bisher völlig unbekannte Art von Stress auf die ich wirklich gut verzichten könnte, auf die ich aber auch rein gar keinen Einfluss habe. Ich habe zumindest erfahren, dass er jetzt einen Hausnotruf bekommen soll, sodass für ihn dann immer jemand schnell erreichbar ist, der hoffentlich auch einen Schlüssel hat. Aber trotzdem weiß ich gerade nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich versuche immer so gut es geht und so gut ich kann zu helfen, aber hierbei fühle ich mich irgendwie hilflos, weil ich nicht weiß, was ich tun soll und es eigentlich auch nicht meine Aufgabe ist… Auch das belastet irgendwie ziemlich…
Aber trotzdem versuche ich jetzt erstmal schlafen zu gehen, um zumindest ein paar Stunden zur Ruhe zu kommen.

Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten

Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten

So, mittlerweile sind wir in der vierten Woche mit relativ strikten Ausgangsbeschränkungen und ohne Schule. Während ich irgendwie das Gefühl habe, das vermutlich maßgeblich durch Nachrichten und Online-Medien geprägt wird, dass es vielen Leuten gerade nicht so gut geht, dass sie sich gestresst und belastet fühlen und angstvoll in die Zukunft schauen, muss ich sagen, dass ich mit diesem Leben nicht wirklich ein Problem habe. Mein größtes Problem könnte gerade sein, dass ich unsicher bin, ob die Sonnencreme über das Osterwochenende reicht. Ansonsten dürfte das gerade eine der wenigen Phasen sein, in denen es sich (für mich persönlich) lohnt, beim Staat beschäftigt zu sein. Mein Gehalt kommt unverändert und ganz sicher am letzten des Monats. Und wenn nicht? Auch egal. Da ist nichts, worum ich mir sorgen machen müsste. Auch das Referendariat wird sich so oder so weiter entwickeln und weiterlaufen. Was sich genau ändern wird, kann ich eh nicht beeinflussen, also ist es mir einfach egal und ich verschwende keine Gedanken daran. Spannender ist gerade die Frage, wie ich das Antragsformular auf Übernahme in den Staatsdienst ausfülle. Aber naja, darüber kann ich mir ja über die Ostertage noch Gedanken machen.
Ansonsten genieße ich meinen Balkon. Dank einem wunderbaren Hochzeitsgeschenk hängt dort jetzt auch phasenweise eine Hängematte. Das führt insgesamt dazu, dass ich wohl dieses Jahr an Ostern mehr Farben bekomme, als wenn ich irgendwie auf Reisen sein könnte 🙂 Abgesehen davon, dass man nicht zur Schule gehen konnte, ändert sich aktuell nur mäßig viel in meinem Leben. Da auswärts Essen sowieso nicht meine Lieblingsbeschäftigung ist, läuft das Kochen einfach wie bisher unverändert weiter. Und an Hamsterkäufen muss man sich echt nicht beteiligen – die Schränke sind eh irgendwie voll genug und vielleicht ist das ja eine gute Gelegenheit das ein oder andere mal aufzubrauchen. Arbeit habe ich darüber hinaus auch immer genug. Homeschooling benötigt meist mindestens genau so viel Zeit wie Präsenzschule. Und für meinen Nebenjob kann ich eh immer arbeiten, das ändert sich nicht.
Insgesamt finde ich die Zeit gerade dennoch sehr spannend. Weniger weil Mathematik und Exponentialfunktionen gerade überall Thema sind, sondern viel mehr aus soziologischen, ethisch-moralischen und juristischen Blickwinkeln. Klar, was das alles für Schule und Lernen bedeutet, interessiert mich auch, besonders was soziale Unterschiede usw. angeht, aber darüber mag ich hier nicht schreiben, dass ist zu viel dienstlich ud zu wenig persönlich. Soziologisch scheinen ja gerade ganz viele Leute ganz viel Zeit zu haben. So viele Kettenbriefe haben mich praktisch noch nie erreicht. Hamsterkäufe finde ich soziologisch auch hoch spannend. Überlegen die Leute eigentlich, wie lange ihnen das Klopapier und die Nudeln jetzt reichen? 2020 dürfte bei einigen sicher abgedeckt sein. Alle drei Bereiche trifft irgendwie das Thema Maskenpflicht. Sinnvoll? Kaum Sinnvoll? Gängelung? Normal? Pflicht? Freiwillig? Ganz ehrlich, ich finde es irgendwie strange. Aber das liegt vielleicht auch an der Frage, für wie gefährlich man den Virus hält und für wie wichtig man das Leben an sich einordnet. Bei einer, aufgrund der Falldunkelziffer vermutlich noch deutlich überschätzten, Sterblichkeitsrate von unter einem Prozent sehe ich jetzt nichts, was mich da zu sehr beunruhigen sollte. Klar bleibt ein Risiko, aber das gehört eben zum Leben dazu und für manche Dinge bin ich eben auch bereit ein gewisses Risiko zu tragen. Aber klar, dass muss jeder für sich selbst irgendwie abwägen. Juristisch besonders spannend finde ich die praktische völlige Einschränkung von politischen Kundgebungen und Gottesdiensten. Klar kann man diese Grundrechte einschränken, aber darf dies so radikal sein, wie aktuell? Ich persönlich bin der Meinung, dies geht zu weit und die Regelungen und Verbote sind nicht mehr verhältnismäßig. Ich darf im Baumarkt Blumen kaufen, aber es soll nicht möglich sein eine Demo anzumelden und zurchzuführen, selbst unter Einhaltung eines Abstandes und z.B. mit Maskenpflicht? Kann ich nicht nachvollziehen. 40000 Erntehelfer dürfen aus Rumänien (und praktisch keinen Schutzbedingungen und ohne Abstand) einreisen, aber selbst eine Motorrad-Demo wird untersagt? Oder eine Demo, bei der 1,5 Meter Abstände auf dem Boden markiert wurden? Hier werden meiner Meinung nach falsche Prioritäten gesetzt, die nicht ungefährlich für eine Demokratie sein können. Wenn ich irgendwann einen Staatsstreich planen sollten (nur Spaß!), dann würde ich auf jeden Fall das Infektionsschutzgesetz ausnutzen – vor allem da vieles mit Erlässen angeordnet wird und nicht mit Gesetzen, also am Parlament vorbei. Übrigens wird hier auch deutlich, wie schlecht unser Parlament auf so eine Krise vorbereitet ist. Hier könnte man jetzt viele spannende Gedankenspiele anschließen: Was passiert, wenn direkt die nächste gefährliche Pandemie auftritt? Wie lange können elementare Grundrechte ausgesetzt werden? Wie lange akzeptieren die Menschen strikte Ausgangsbeschränkungen? Ab wann kommt der Punkt, wo viele diese als zu streng ansehen? Ach, hierüber könnte man Stunden diskutieren. Manchmal wäre ich gerne Ethik-Lehrer 🙂
Aber genug der Fiktion, zurück in die Realität: Ich bin gerade ziemlich entspannt, habe gute Laune und genug Kaffee – es kann also nichts schief gehen. Motto: Kein Stress machen, locker bleiben und die schönen Dinge im Leben genießen. Und auch Videokonferenzen können ziemlich nett und lustig sein. Übrigens verrückt, dass man sowas erst nutzt, wenn man es im Alltag eh ständig nutzt. Die Woche gab es eine Videokonferenz mit meinen quer durch Deutschland verteilten Abi-Leuten. Sehr lustig, aber verrückt, dass wir das vorher noch nicht gemacht haben.

Die kleinen Dinge

Die kleinen Dinge

Das wirklich Verrückte, Unbeschreibliche an so einer Hochzeit sind eigentlich die kleinen Dinge, die unendlich viele Gefühle und Gedanken auslösen:

  • Die ersten Blumen, die ich meiner besseren Hälfte in 10 Jahren Beziehungen mitgebracht habe, war der Brautstrauß.
  • Auch wenn das Standesamt für uns nur der unspektakuläre Auftakt war, waren wir doch ziemlich aufgeregt, weil man weiß, dass die folgende Unterschrift doch irgendwie sehr bedeutsam ist.
  • Seite an Seite führt jetzt immer zu Gänsehaut.
  • Es ist wunderschön, wenn Leute von überall her anreisen, um mit dir zu feiern.
  • Man kann sich gegenseitig auch nach 10 Jahren noch gut überraschen und es fühlt sich gut an, wenn das gewählte Outfit dem Gegenüber ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
  • Mit Schuhen kann man ganz schön die Schau stehlen.
  • Gegenseitig Ringe anstecken ist gar nicht so einfach.
  • Spinnen können auch auf Hochzeitskleidern auftauchen.
  • Outfits anschauen an Hochzeiten macht schon Spaß. Manchmal krass, wie anders Leute aussehen/wirken können.
  • Mit einem Ring am Finger kann man total cool Geräusche z.B. an seiner Kaffeetasse machen.
  • Es ist cool zu Erleben, wie manche Leute kleine Details feiern während andere darüber nur den Kopf schütteln.
  • Hochzeitstorte kann ziemlich lecker sein und es ist völlig egal, wie man sie anschneidet.
  • Abilieder sind auch nach 15 Jahren irgendwie noch cool.
  • Ich liebe Fotoboxen und verrückte Bilder!
  • Die Reste der Candy-Bar selbst futtern zu dürfen, ist ziemlich geil!
  • An meiner Wand hängt jetzt eine schöne, bunte Welt.
  • Im Februar heiraten ist völlig unterschätzt – das ist echt die beste Zeit zum Heiraten.
  • Ich freue mich riesig die restlichen Hochzeiten dieses Jahr ganz entspannt besuchen zu können 🙂