Ein positives Alltagsgefühl

gepostet am Jun.21, 2018 um 00:01 Uhr in der Kategorie: Tagebuch

Ja, es wird mal wieder Zeit, dass ich einfach so mitten aus dem Alltag berichte. Und dieser Alltag ist in gewisser Weise jetzt wieder eingekehrt und das ist gar nicht negativ gemeint. Es ist nur ein wunderbarer Kontrast zu den letzten Wochen der Dissertation und den beiden Wochen vor der mündlichen Prüfung. Und ja, gefühlsmäßig profitiert der Alltag immer noch unglaublich von der abgeschlossenen Diss. Ich schwebe immer noch etwas in den Wolken und genieße jeden Moment etwas mehr, als ich es sonst tue.
Aber da jetzt langsam auch zwecks Veröffentlichung der Arbeit alles geklärt ist, bleibt endlich wieder mehr Zeit für die wichtigen Dinge: Fußball, neue Schuhe und verrückte Gedanken.
Fangen wir doch mal mit Schuhen an. Als kleine Belohnung für mich selbst, habe ich mir ein paar neue, farbige Schuhe verdient. Doch irgendwie kann ich mich gerade noch nicht entscheiden, welche ich haben mag, also sind jetzt drei Paar Schuhe auf dem Weg zu mir. Einmal Samba in so weinrot, einmal in lila-orange und einmal Gazelle in violett-gelb. Ich gebe zu, ich bin ziemlich gespannt und freu mich schon auf meine Pakete. Ich werde berichten, welche ich behalte.
Fußball ist ja klar im Moment, es ist ja WM. Und natürlich haben wir an der Arbeit auch ein Tippspiel und es geht gerade ziemlich wild hin und her. – mal letzter und mal erster. Sehr lustig. Wobei ich zugegebener Maßen noch gar nicht viele Spiele im Fernsehen gesehen habe. Aber das ändert sich sicher ab dem Achtelfinale. Hoffentlich sind die Deutschen dann noch dabei, weil ich die nächsten beiden Spiele leider nicht sehen kann – verdammt schlechte Terminlage dieses mal. Aber einmal bin ich in Österreich auf einer Feier und da ist vermutlich nichts mit Fußball, insbesondere wenn Deutschland spielt. Und das andere mal bin ich gerade auf dem Weg durch Hamburg – alles suboptimal, aber ich werde es überleben.
Und nun verrückte Gedanken zur Sommerzeit. Hier begegnet man ja durchaus immer mal wieder attraktiven Menschen. Dabei fällt mir immer wieder auf: Es gibt quasi nichts, was in wenigen Sekunden so unattraktiv macht, wie das Ziehen an einer Zigarette. Ansonsten gibt es noch einige verrückte Gedankenspiele, was ich denn mit meinen restlichen Urlaubstagen noch so machen kann. Die sollen ja schließlich nicht verfallen. Aber da wird sich sicher eine gute Verwendung finden 😉
Aber vorher sind noch einige nervige Termine wie auf dem Bürgerbüro oder beim Amtsarzt abzuhandeln. Darauf habe ich so gar keine Lust, nutzt aber nichts…
Ach ja, nur um das Festzuhalten: Die Zeilen entstehen um Mitternacht auf dem Balkon, wo es immer noch warm genug ist, um in T-Shirt und kurzen Hosen zu sitzen. Ich liebe Sommernächte…

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Der erste externe Gastvortrag

gepostet am Jun.14, 2018 um 12:53 Uhr in der Kategorie: Tagebuch

So, kaum war die Doktorprüfung rum, war schon die nächste besondere Vortragsvorbereitung angesagt. Ich war zum ersten Mal eingeladen, um einen Vortrag im Rahmen eines naturwissenschaftlichen Kolloquiums an einer anderen Uni zu halten. Irgendwie total cool, dass man über eigene Projekte und Forschungen vor anderen Fachdidaktikern, Lehrkräften, Referendaren und Studierenden berichten kann. Aber beim ersten Mal auch doch irgendwie ein komisches Gefühl und ich war schon ein wenig aufgeregt. Man fragt sich, ob überhaupt wer kommt zu seinem Vortrag und dann sind so 60 Minuten Vortrag eben doch mehr als 15 Minuten, die man auf einer Tagung hat. Aber irgendwie entwickelte sich der Tat erstmal relativ entspannt. 4 1/2 Stunden zugfahren, dann ins Hotel einchecken, eine kleine Runde durch die Stadt drehen und dann nochmal durch die Folien klicken, bevor es losging in Richtung Hochschule. Die Begrüßung dort war super nett, ich wurde vielen Leuten vorgestellt und technisch hat im Vortrag trotz vielen Videos alles gepasst. Und danach kamen auch noch super gute, interessante Fragen und es entwickelten sich tolle Gespräche rund um die Denkanstöße, die ich in meinem Vortrag eingebaut hatte. Hätte kaum besser laufen können. Und sobald man irgendwie mit dem Vortrag angefangen hat, fällt auch viel von der Anspannung ab und man macht einfach.
Anschließend noch fleißig ein paar Mitbringsel verteilt und dann ging es mit einem Teil der Gruppe noch zu einem gemütlichen Abendessen. Auch hier entwickelten sich tolle Gespräche, die mich glauben lassen, dass mein Vortrag ganz gut ankam und ich die Erwartungen hoffentlich erfüllt habe – auch wenn ich natürlich nicht in die selbe Kategorie falle, wie mein Chef, der ursprünglich zu allererst für den Vortrag angefragt wurde. Irgendwie war es insgesamt ein spannendes Gefühl als eingeladener Referent da zu sein. Man wird echt als gleichgestellter Teil der Wissenschaftskommunity behandelt, kann mit allen problemlos quatschen und wird auch in der “fremden” Umgebung immer super mitgenommen.
Zum Ausklang konnte ich dann die lauwarme Sommernacht noch für eine kleine Runde durch die Stadt nutzen, bevor ich dann doch etwas platt ins Bett gefallen bin. Aber ich hatte die Rückfahrt auch ganz entspannt erst für mittags gebucht, sodass ich heute gemütlich frühstücken und dann nochmal eine Runde in der Sonne durch die Stadt schlendern konnte. Ich habe sogar ein kleines Mitbringsel gekauft: Honig aus der Region. Ich bin gespannt und freue mich schon aufs Wochenende, wo ich den sicher probieren werde.
Wenn ich ehrlich bin, aktuell habe ich das Gefühl, dass ich sowas öfters machen könnte, auch wenn es natürlich schon irgendwie Zeit kostet. Aber man sieht was von Deutschland und kann ziemlich gut Netzwerken 😉

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Gegenstände, die einen begleiten

gepostet am Jun.01, 2018 um 14:54 Uhr in der Kategorie: Tagebuch

Dass ich nach Abschluss der Promotion gerade wieder mal etwas entspannter und ausgeglichener bin, zeigt sich unter anderem daran, dass ich wieder mehr dazu komme, mir schräge Gedanken zu machen 😉 Und so fiel mir heute morgen beim Kaffeetrinken mal wieder bewusst auf, wie lange mich die Kampftrinker-Tasse eigentlich schon begleitet: Dürften so ca. 15 Jahre sein. Die stand schon in der Schule zu Abizeiten in meinem Schließfach und wurde regelmäßig mit Pulverkaffee gefüllt. Dann zog sie mit nach Gießen in die WG und von dort dann weiter nach München. Und sie hat noch keinen Sprung und auch die Lackierung ist noch ganz gut in Schuss.
Kampftrinkertasse
Irgendwie verrückt, wenn man sich überlegt, was diese Tasse schon alles mitgemacht hat. Und nein, ich widerstehe jetzt der Verlockung eine Hochrechnung anzustellen, wieviele Liter Kaffee ich wohl schon aus dieser Tasse getrunken habe. Dies dürfte übrigens auch für meine Gießen-Tasse im Büro ganz spannend sein 😉
Und so ganz auf die Schnelle sind mir bei einem einzigen Gang durch die Wohnung noch zwei weitere Dinge aufgefallen, die mich schon lange Zeit begleiten (Pinnwand, Bücherschrank und Poster ganz außen vorgelassen): Zum einen zwei spezielle Kühlschrankmagnete, die mich immer wieder zum Lachen bringen und mich dazu verführen, immer irgendwie positiv zu denken, weil “Nutzt ja nix!”.
Kühlschrankmagnete
Zum anderen meine Zebras im Flur. Die sind natürlich erst hier, seitdem ich hier wohne, aber auch in der letzten Wohnung waren welche an der Wand, in meinem WG-Zimmer in Gießen waren welche und sogar in meinem alten Zimmer sind inzwischen Zebras an der Wand. Wieso? Kann ich eigentlich gar nicht so genau sagen. Irgendwie sind sie einfach Ausdruck der kleinen Künstlerseele, die ganz tief drin irgendwo in mir wohnt…
Zebra

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Das Wochenende danach

gepostet am May.27, 2018 um 16:06 Uhr in der Kategorie: Gefühle, Tagebuch

Ja, jetzt ist es irgendwie vorbei. Die Doktorprüfung ist überstanden und ich sitze in der Tat ziemlich entspannt und gut gelaunt auf dem Balkon in der Sonne, trinke Kaffee und lese Lustige Taschenbücher. Gefühlt war ich längere Zeit nicht mehr so tiefenentspannt, wie es gerade der Fall ist. Diese Prüfung über 60-90 Minuten war irgendwie, ob wohl ich vorher schon wusste, dass die Prüfer nett sind und mir niemand den Kopf abreißen möchte, doch gefühlt für mich wichtig. Und entsprechend intensiv war die Vorbereitung von mir und auch die Vorbereitung, die mein Chef haben wollte, denn irgendwie fällt so ein Ergebniss ja dann immer auch auf ihn und seine Betreuung zurück. Ich selbst war dann auch durchaus aufgeregt und angespannt, auch wenn ich offensichtlich nach außen dabei nicht unbedingt aufgeregt wirke. Die Nacht vorher war wie immer dann auch nicht sonderlich lange, aber das überrascht ja bei mir eh immer wenig. Besonders gu war die Entscheidung mit dem Rad zur Prüfung zu fahren. Da hatte ich dann einfach noch mal 30 Minuten Zeit zum Abschalten und Ruhe finden. Die Prüfer waren dann auch alle pünktlich da, den Prüfungsraum hatte ich mir zuvor schon angeschaut und so konnte es losgehen.
Doch der Start lief anders als gedacht, denn erstmal wurde ich aus dem Prüfungsraum geworfen – die Prüfer hatten noch Papierkram zu erledigen 😉 Aber dann ging es los und der 20-minütige Vortrag lief auch soweit ganz gut entsprechend der Planung. Damit war schon mal ein kleiner Teil der Last von meinen Schultern weg. Die Reaktionen der Prüfer während des Vortrages ließen sich dabei schwer deuten, soweit man da überhaupt was mitbekommen hat. Dann ging es los mit den Fragen über die Arbeit. Es kam ein sehr breites Spektrum an Fragen, vor allem auch zum theoretischen Hintergrund der Arbeit und oft in einer Detailtiefe, die ich nicht direkt erwartet hatte. Aber ich konnte zu allem was sagen. Ob das wirklich strukturiert und sinnvoll war, möchte ich nicht immer behaupten, aber zwischendurch konnten auch die Prüfer ihren Fragen gegenseitig nicht folgen. Daher war es wohl auch unproblematisch, wenn ich einer Frage nicht voll folgen konnte. Dann kamen noch die freierer Fragen, bei der ich bei der ersten dann doch ziemlich auf dem Schlauch stand. Mir wurde dann aber ein wenig geholfen und dann ging es schon irgendwie, auch wenn 50-50 Chancen nicht meine stärke waren. Dafür konnte ich die Astrophysikfrage so gut beantworten, dass selbst der Zweitgutachter überrascht war, weil er offensichtlich keine Ahnung von dem Thema hatte (ich vor einer Woche auch noch nicht).
Aber dann war es auch schon irgendwie vorbei und 90 Minuten Prüfungszeit um. Tief durchatmend gehe ich aus dem Prüfungsraum hinaus in den wunderbaren Garten der Sternwarte. Ja, noch ist viel Anspannung da und das warten zieht sich. Aber die anwesenden Kollegen lenken einen schon etwas ab. Dann zurück in den Raum und Glückwünsche zur bestandenen Prüfung. Ein gutes Gefühl, dass aber wirklich dann nach einige Zeit brauchte, bis ich das echt realisieren konnte. Davor gab es noch einen tollen Doktorhut von meinen Kollegen, Sekt und Muffins mit Doktorhut obendrauf – alles total toll. Schön, dass so viele da waren und auch die Prüfer noch etwas blieben um direkt ein neues Projekt auszumachen und zu planen (das ist wohl das beste Feedback zu meiner Arbeit, was ich mir so vorstellen kann).
Und nach und nach kam auch immer mehr Erleichterung und Feierlaune bei mir auf. So ging es dann bei wunderschönem Wetter erst in den Biergarten und dann an den Lehrstuhl. Schön wars.
Und dann folgte ein Wochenende, dass völlig entspannt ist. Ich verschwende keinen Gedanken an nicht, schwebe gefühlt immer noch etwas über dem Boden und freue mich, dass alles so gut gelaufen ist. Jetzt sind es nur noch formale Dinge bis zum Titel, aber der interessiert mich ja eh nur bedingt 😉

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Die Nacht vor Tag X

gepostet am May.25, 2018 um 01:20 Uhr in der Kategorie: Gefühle

Nein, morgen geht die Welt nicht unter. Also ich hoffe zumindest, dass sie nicht untergeht. Aber trotzdem ist mal wieder ein ganz wichtiger Tag X, an dem einer weiterer großer Schritt in Richtung des “Uniabschlusses” gemacht wird. Es steht die letzte, finale Prüfung an, bevor dann nur noch formalere Dinge zu erledigen und abzuarbeiten sind. Aber das wird alles erst nach den 90 Minuten morgen Thema. Und irgendwie bin ich total gespannt, wie diese 90 Minute verlaufen werden, denn die sind im Gegensatz zu vielen anderen Prüfungen nur sehr bedingt planbar. Klar ist lediglich, dass ich erstmal 20 Minuten Zeit haben werde meine Arbeit vorzustellen. Diese 20 Minuten sind auch ganz gut geplant, geübrt und trainiert. Herausforderung: Keine Powerpoint, sondern nur eine Tafel und Kreide. Zumindest zwischendurch darf ich kurz einige Beispiele aus der Lernumgebung zeigen.
Doch 20 Minuten sind ganz schön kurz, um hier die Arbeit von 6 Jahren im ganzen Umfang zu beschreiben. Deswegen ist man dann auch ein wenig auf die Fragen der Prüfer (alles Professoren) angewiesen, die in der ersten Runde in der Regel mit Bezug zu der Arbeit fragen. Aber was sie fragen, dass weiß man natürlich nicht und ist auch schwer vorherzusagen, vor allem, da ich die Fachprofessoren nicht extrem gut kenne.
Doch noch spannender wird die zweite Fragerunde, wenn die Professoren Dinge aus ihren Fachgebieten fragen oder einfach sonst irgendwas, was sie gerade interessiert. Da kann es dann durchaus passieren, dass ich so gar keine Ahnung von dem habe, was die Prüfer wissen wollen und das ist dann doch irgendwie unangenehm. Aber naja, so ist es wohl. In jedem Fall ist das gerade ein ziemlich komisches Gefühl, denn alle Gedanken und Planungen richteten sich tatsächlich seit langer Zeit auf diesen Tag X und nicht darüber hinaus. Und jetzt steht er quasi direkt vor der Tür und morgen mittag um 12 Uhr ist der Schritt dann irgendwie getan. Das ist verrückt und noch immer gar nicht greifbar für mich. Für danach ist auch gar nichts groß geplant – es wird Muffins geben, natürlich Sekt und später am Lehrstuhl sicher auch noch das ein oder andere Bier. Aber das liegt irgendwie noch unendlich weit weg – die 90 Minuten sind ein unendlich hoher Berg, der davor noch überwunden werden muss und über den man auch nicht wirklich hinwegsehen kann. Das einzige, was ich jetzt schon absehen kann und was mich ziemlich freut, ist, dass nachher viele meiner Kollegen da sein werden, obwohl Pfingstferien sind und obwohl die Prüfung selbst nicht bei uns am Lehrstuhl sondern in der Sternwarte stattfinden wird.
So, jetzt gehe ich aber dann doch mal schlafen, damit ich morgen zumindest halbwegs ausgeruht und fit erscheine. Aber dazu hinterlasse ich hier noch die Zeilen von Jupiter Jones, die auch unter der Danksagung meiner Arbeit stehen und die mir als Wahl mit jedem Lesen besser gefallen:

Die Straße ist nicht immer eben – und grad` deswegen: Auf das Leben!

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